Alzheimer Demenz – “Honig im Kopf” – jeder kann betroffen sein

Stelle Dir die Erkrankung wie einen Bücherschrank vor – Bücher fallen um, stehen aber manchmal wieder auf und dann gibt es Bücher die fallen ganz aus dem Regal und irgendwann ist alles leer.”Mit diesem Wortlaut beschreibt der Kinderarzt der kleinen Tilda im Film “Honig im Kopf” die Erkrankung ihres Großvaters.

Honig im Kopf Trailer


Sehr anschaulich, beeindruckend, vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas überspitzt beschreibt der Film die unterschiedlichen Phasen der Alzheimer Demenz. Er beschreibt, wie die Form der Demenz den erkrankten Menschen verändert, aber auch welchen steinigen Weg Angehörige mit dem Angehörigen gehen.

Was ist Demenz?

Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, das bei verschiedenen degenerativen aber auch nicht degenerativen Erkrankungen des Gehirns auftritt. Es umfasst eine Veränderung bzw. einen Abbau in der Kognition und eine Beeinträchtigung in allen Wahrnehmungsbereichen des Menschen. Die Emotionalität ist gestört und eine berufliche Ausübung ist nicht mehr möglich. Denkvermögen und Sprache verändern sich. Gegenstände können verbal nicht mehr benannt werden. In der Regel trifft eine Alzheimer-Demenz Menschen nach dem 60. Lebensjahr. Alzheimer Demenz gehört zu den gerontopsychiatrischen Störungen und ist in der Umwelt die wohl bekannteste Form der Demenz.

Welche Symptome hat eine Alzheimer-Demenz?

Hauptmerkmal ist der Abbau der kognitiven Fähigkeiten. Menschen die an Alzheimer erkrankt sind vergessen oder verwechseln Namen von Menschen sie können einfachste Dinge nicht mehr benennen. Ihnen fehlen buchstäblich die Wörter, sich zu äußern. In den Anfangsphasen einer Demenz helfen oftmals klare Abläufe im Tagesablauf. Doch dies gelingt häufig nur durch einen stabilen Partner an seiner Seite. Menschen mit Demenz werden verhaltensauffällig, sie ziehen sich zurück, denken häufig ihre Verhaltensweisen sind vollkommen und richtig. Häufig reagieren sie unbewusst aggressiv.

Gegenstände werden an einen ganz anderen Platz gelegt. “Bücher in den Kühlschrank – die Butter kommt ins Bücherregal” Im Film “Honig im Kopf” sicherlich amüsant, aber in der täglichen Betreuung eines Alzheimer Demenz erkrankten Menschen wird dies zur täglichen Zerreißprobe.

Zwischen den Momenten der mangelnden Kognition gibt es immer wieder Gedanken des klaren Bewusstseins, in den der Betroffene seine Situation erkennt. Die bedeutet oftmals große Verzweiflung und Trauer. In denen sehr viel Liebe und Zuwendung notwendig ist, um diese emotionale Gratwanderung aufzufangen.

Wie soll ich mit einem Alzheimer erkanten Menschen umgehen?

Im Umgang mit einem Alzheimer erkrankten Menschen ist es ganz wichtig, an Erinnerungen festzuhalten. Oftmals gibt es Erinnerungen an Reisen, Feiern oder Ereignissen aus dem beruflichen Leben des betroffenen Menschen. Wie beispielsweise im Film “Honig im Kopf” – eine letzte Reise nach Venedig. Fotos an Wänden oder in Fotoalben helfen Erinnerungen aufrechtzuerhalten.

Alzheimer erkrankte Menschen professionell pflegen

Wird ein erkrankter Mensch zu Hause betreut stellt, dass alle an der Pflege beteiligten Menschen für enorme tägliche Herausforderungen in der Bewältigung der Erkrankung. Nicht nur die emotionale Problematik spielt eine Rolle, sondern der Kampf mit Behörden und Pflegekassen um eine Pflegestufe zu bekommen oder weitere Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Wobei sich in den vergangenen Jahren schon eine Menge getan hat und es jetzt deutlich mehr Angebote für pflegende Angehörige gibt.

Oftmals werden Menschen zunächst in der Häuslichkeit betreut, durch Angehörige, Pflegedienst vielleicht zunächst auch Tagespflege. Doch mit einem Fortschreiten der Erkrankung wird es oft immer schwieriger. Die Nahrungsaufnahme wird oft verweigert, bei mobilen Patienten spielen massive Unruhephasen eine große Rolle, aber auch Harn- und Stuhlinkontinenz sind ein großes Thema.

Angehörige pflegen oftmals bis zur Selbstaufgabe und beginnen dann erst mit der Suche nach einer geeigneten Unterbringung des an Alzheimer erkrankten Angehörigen. Prozesse zur Heimaufnahme dauern dann viel zu lange und sind häufig schon zu spät. In vielen Pflegeeinrichtungen gibt es spezielle Wohnbereiche für an Demenz erkrankte Menschen. In den Medien liest man häufig über Wohngemeinschaften, kleine Wohngruppen und individueller Betreuung. Personal wird speziell ausgebildet und Angehörige erleben es dann oft als Erleichterung. Die Zeit mit dem Betroffenen in der Einrichtung wird dann viel intensiver genutzt und empfunden.

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