Ambulante Intensivpflege

Ambulante Intensivpflege – Pflege rund um die Uhr

Die ambulante Intensivpflege umfasst verschiedene Aufgabenbereiche, darunter die Patientenpflege und die Patientenbetreuung.  Die häusliche Intensivpflege sichert Patienten mit einer schweren Erkrankung die außerklinische Fortführung der Behandlung. Der Patient wird 24 Stunden am Tag in der eigenen Wohnung von geschultem Personal beobachtet und gepflegt. Dank des neuen Pflegegesetzes (Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz) dürfen auch schwerstpflegebedürftige Patienten zu Hause rund um die Uhr versorgt werden und sind nicht mehr gezwungen die Intensivpflege im Pflegeheim in Anspruch zu nehmen.

Was bedeutet ambulante Intensivpflege?

Ambulante Intensivpflege umfasst die komplette Pflege eines schwerstpflegebedürftigen Patienten und das 24 Stunden am Tag. Betroffene können auch von einer lebensbedrohlichen Erkrankung betroffen sein und sind somit auf die ambulante intensivpflege angewiesen. Medizinische Fachkräfte haben in der ambulanten Intensivpflege meistens noch eine Zusatz Ausbildung, um den Ansprüchen des zu Pflegenden gerecht zu werden. Die ambulante Intensivpflege wird auch im Volksmund 24-Stunden Pflege genannt.

 

Leistungen der Intensivpflege

Die Leistungen der Intensivpflege umfassen einerseits die Pflege des Patienten nach dem Plan laut SGB V (Behandlungspflege) und SGB XI (Grundpflege). Auch die Organisation von Arztterminen und die Pflege sozialer Kontakte gehören zur Intensivpflege. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten umfassen den Arbeitsbereich der Pflegedienste mitunter. Angehörige lassen sich mitunter in die Intensivpflege einbinden.

Häufige Krankheitsbilder, die in der ambulanten Intensivpflege betreut werden können:

  • Querschnittsgelähmte
  • Beatmungspflichtige Patienten
  • Wachkoma Patienten
  • Neurologische Erkrankungen (zum Beispiel: Koma Patienten)
  • Muscoviszidose
  • COPD

Besonders hohe Ansprüche werden an das Pflegepersonal in der ambulanten Intensivpflege gestellt. Es reicht nicht nur das Examen zur Krankenschwester/Krankenpfleger aus. Pflegende in der Intensivpflege müssen regelmäßige Fortbildungen zum Thema Reanimation, sowie Erste Hilfe belegen. Aber auch Pflegefachkräfte mit einer Zusatzausbildung in der Anästhesie oder Intensivpflege werden bevorzugt in der ambulanten Intensivpflege eingesetzt.

Die Heimbeatmung in der ambulanten Intensivpflege

In der ambulanten Intensivpflege werden auch Patienten in der Heimbeatmung betreut und gepflegt. Es spielt hierbei kaum eine Rolle, ob der Patient nur stundenweise oder dauerhaft beatmet werden muss. Bei der Heimbeatmung übernimmt die Krankenversicherung die 24 Stunden Pflege durch ein geschultes Pflegeteam. Einige Angehörige lassen sich allerdings auch für die Heimbeatmung ausbilden und versorgen ihre Angehörigen selbst. Sollte die Heimbeatmung von der Krankenkasse übernommen werden, muss vor der Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes die Kostenübernahme geklärt werden.

Kosten der ambulanten Intensivpflege

Gerade der Faktor Kosten der ambulanten Intensivpflege macht vielen Angehörigen und Betroffenen Angst. Dabei wird die ambulante Intensivpflege von der Krankenkasse übernommen. Auch wenn Angehörige selbst den Betroffenen pflegen möchten, können diverse Pflegegelder in Anspruch genommen werden. Wird die ambulante Intensivpflege von einem Pflegedienst übernommen, sollte die Kostenübernahme von der Ankunft des Betroffenen genau abgeklärt werden. In zahlreichen Fällen beteiligt sich auch die Pflegeversicherung an der Kostenübernahme für die ambulante Intensivpflege. Die Kosten der Grundpflege, Behandlungspflege und der hauswirtschaftlichen Arbeiten wird von der Krankenkasse übernommen. Zunächst wird für 4 Wochen die Kostenübernahme gewährt. Sind die 4 Wochen verstrichen, muss ein Folgeantrag gestellt werden. Hierbei prüft der medizinische Dienst die Notwendigkeit der ambulanten Intensivpflege.

 

Vorbereitungen für die ambulante Intensivpflege

Die ambulante Intensivpflege erfordert eine genaue Vorbereitung, damit der Patient auch bestens versorgt werden kann. Wird ein Pflegedienst beauftragt, steht das Fachpersonal mit Rat und Tat zur Seite. Vor allem die Hilfsmittel wie Krankenbett, Toilettenstuhl, Spezial Matratzen müssen rechtzeitig beantragt sein. Erst wenn die lebenswichtigen Hilfsmittel vorhanden sind, ist eine ambulante Pflege möglich. Soll eine Heimbeatmung durchgeführt werden, müssen ebenfalls alle Geräte vor der Ankunft des Patienten angeschafft werden. Pflegehilfsmittel wie Desinfektion und Einmalhandschuhe sind ein Muss. Aber auch Bettschutzeinlagen sollten bereits vor der Ankunft des Patienten besorgt werden. Auch das vorgesehene Pflegezimmer sollte den Ansprüchen des Patienten angepasst oder eventuell sogar umgebaut werden. Nur so kann eine ambulante Intensivpflege zu Hause stattfinden.

 

Ambulante Intensivpflege vom Intensivpflegedienst

Soll die ambulante Intensivpflege im eigenen Zu Hause stattfinden, bietet sich der Intensivpflegedienst an. Sofern die Angehörigen nicht selbst durch eine Zusatz Ausbildung die Pflege des Angehörigen übernehmen möchten. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen ambulanten Pflegedienst, übernimmt der Intensivpflegedienst auch die intensivmedizinischen Aufgaben. Durch einen organisierten Schicht Betrieb kann die Betreuung 24 Stunden gewährleistet werden. Aber auch die Zusatzausbildungen für die Heimbeatmung oder eine Intensivpflege Ausbildung weist der Intensivpflegedienst meistens auf. Alle Vitalfunktionen des Patienten werden 24 Stunden intensivmedizinisch betreut und ausgewertet.

Entlastung für Angehörige

Viele Angehörige sind der Meinung, dass es Ihre Aufgabe ist den Betroffenen selbst zu pflegen. Bei der ambulanten Intensivpflege können sich Angehörige Unterstützung holen. Es ist beruhigend, wenn der Patient zu Hause in den eigenen vier Wänden ist und trotzdem vom geschulten Fach Personal behandelt und gepflegt wird. Viele Angehörige sind mit der Intensivpflege auch überfordert, das zahlreiche medizinische Aufgaben bewältigt werden müssen. Schließlich geht es bei der Intensivpflege nicht nur rein um pflegerische Maßnahmen. Ob nun ein Monitor bedient werden muss, eine Infusionstherapie oder die Wundversorgung erledigt werden müssen, Angehörige sind schnell überfordert und fühlen sich hilflos. Mit Hilfe der ambulanten Intensivpflege können Angehörige ihre Liebsten zu Hause behalten und sich sicher sein, dass sie bestens versorgt werden. Gerade in der ambulanten Intensivpflege baut sich auch zwischen Angehörigen und Pflegeteam ein familiäres Vertrauensverhältnis auf. Der tägliche Kontakt mit den Pflegenden wird schnell als wahre Hilfe angesehen.

 

Das Fazit zur ambulanten Intensivpflege

Die ambulante Intensivpflege bietet sich vor allem bei einer längerfristigen Vollzeit Pflege an. Da Betroffene auch zu Hause intensivmedizinisch betreut werden können, sind sie in der Nähe ihrer Angehörigen und müssen trotzdem nicht auf die Intensivpflege verzichten. Gerade zur Entlastung der Angehörigen ist die ambulante Intensivpflege ein empfehlenswertes Pflege-Modell! Ist ein Betroffener schwerstpflegebedürftig oder schwer krank, wird die ambulante Intensivpflege durch einen Intensivpflegedienst auch von der Krankenkasse übernommen.

 

 

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