Basale Stimulation – Ein Konzept in der Pflege

Basale Stimulation – Ein Konzept in der Pflege: Während meiner Arbeit als Heilerziehungspfleger arbeitet ich eine lange Zeit auf einer neurologischen Frührehabilitationsstation für Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene. Im Rahmen meiner Facharbeit zum Thema “Wachkoma” begegnete mir auch das Konzept der Basalen Stimulation.

Die Basale Stimulation wird als Kommunikationsform zwischen Patient und Pflegenden verstanden. Sie ist eine Art Handlungskonzept zur Förderung, aber auch Aktivierung schwerst wahrnehmungseingeschränkter Menschen. Grundlegend wurde das Konzept von Andreas Fröhlich für schwerst mehrfachbehinderte Kinder entwickelt. Da es jedoch so vielseitig übertragbar ist, wird es ebenfalls in der Intensivpflege, aber auch Altenpflege angewandt.

Zum einen setzt es an den unterschiedlichen Wahrnehmungsbereichen an. Es wird davon ausgegangen, dass auch Mensch mit massiven kognitiven Defiziten oder einer schweren Bewusstseinsminderung von diesem Konzept Profitieren.

Die Wahrnehmungsbereiche des Menschen

Zu den Wahrnehmungsbereichen eines Menschen zählen:

  • somatische Wahrnehmung
  • vestibuläre Wahrnehmung
  • vibratorische Wahrnehmung
  • orale und olfaktorische Wahrnehmung
  • Auditive Wahrnehmung
  • Taktil-hapatische Wahrnehmung
  • Visuelle Wahrnehmung

Geeignet ist die Basale Stimulation für bewusstseinsgestörte Menschen, Menschen die Schlafstörungen haben, im Sterben liegen, Atemwegserkrankungen haben, immobil sind, dement sind oder Lähmungen durch einen Schlaganfall bsp. haben.

 

Für jede Wahrnehmungsform macht die Basale Stimulation Angebote für den bewussstseinsgestörten Menschen. Grundannahme ist dabei immer, der betroffene Mensch nimmt wahr. Daher ist es unglaublich wichtig seine Art der Kommunikation zu überdenken, wenn beispielsweise Gespräche am Bett des Betroffenen gesprochen werden.

 

Basal stimulierende Angebote können beispielsweise das Hören (auditive Wahrnehmung) von bekannten Geräuschen (Lieblingsmusik, Vogelgezwitscher, elektrische Geräte) sein. Aber auch das Vorlesen von Büchern oder aus der aktuellen Tageszeitung ist ein Angebot der basalen Stimulation.

 

Angebote aus dem olfaktorischen Bereich sind zum Beispiel die Arbeit mit bekannten Düften. Heimatgerüche wie beispielsweise die eigene Bettwäsche, ein besonderes Kissen aber auch bestimmte Nahrungsmittel wie beispielsweise der Geruch von Kaffee wecken Erinnerungen und können ein Wohlbefinden herbeiführen.

 

Häufig müssen die erkrankten Menschen mithilfe einer Magensonde ernährt werden, da eine Schluckstörung zunächst vorliegt. Hierbei ist es möglich dem Betroffenen mithilfe kleiner Gazesäckchen im Mund einen bekannten Geschmack, erlebbar zu machen. Die Nahrungsmittel werden dabei in das Säcken sicher verpackt und anschließend in die Wangentasche gegeben.

 

Visuelle Reize sind ganz klar bekannte Bilder oder auch Fotos von Freunden. Aber auch das Anschauen von Fotoalben hat eine positive Wirkung auf den betroffenen Menschen.

 

Eine Form der Somatischen also der körperlichen Wahrnehmung ist die basale Waschung zum einen beruhigend oder auch belebend. Häufig eingesetzt bei starken Unruhezuständen.

 

Basale Stimulation ist ein Angebot, es schafft Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit.

 

Bevor mit dem Konzept der Basalen Stimulation gearbeitet wird, ist eine Biografiearbeit von ganz großer Bedeutung, denn nur mit dem Wissen über den Menschen können die Angebote positive Wirkung haben.

 

Oftmals erkennt man den positiven Einsatz von Basaler Stimulation an einer Verbesserung des Tonus, der Herzfrequenz, der Atmung und einer Verminderung der Schweißproduktion des Betroffenen.
 

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