Betreute Demenz-WG – eine Alternative zum Pflegeheim?

In unserer alternden Gesellschaft sind Demenzerkrankungen der häufigste Grund für den Umzug älterer Menschen ins Pflegeheim. Viele Angehörige scheuen sich jedoch vor diesem Schritt und setzen alles daran, ihr dementiell erkranktes Familienmitglied zuhause zu pflegen. Allerdings stellt sich meist rasch heraus, dass es sich dabei um einen äußerst nervenaufreibenden und anstrengenden 24-Stunden-Job handelt.

Es gibt jedoch einen Ausweg aus dieser Zwickmühle, der in vielen Fällen eine gute Lösung darstellt: Demenz-WGs haben sich seit geraumer Zeit in den großen Städten, mittlerweile aber auch in ländlichen Gegenden als alternative Wohnform etabliert.

Das Konzept

Üblicherweise teilen sich fünf bis zwölf an Alzheimer oder Demenz Erkrankte eine entsprechend große Wohnung; Jedes WG-Mitglied wohnt in seinem eigenen Zimmer mit selbst mitgebrachten Möbeln. Wohnzimmer, Küche, Bäder und Toiletten werden gemeinsam genutzt.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Bis auf die Tatsache, dass rund um die Uhr professionelle Pflegekräfte und Betreuer anwesend sind, gleicht der Tagesablauf dem bisherigen normalen Alltag der Bewohner weitgehend. Sie bewältigen Aufgaben wie etwa Kochen, Essen, Wäschepflege und Einkaufen gemeinschaftlich und möglichst in Eigenregie. Den Bewohnern (bzw. gegebenenfalls ihre Angehörigen) steht es dabei frei zu wählen, welche der angebotenen Pflege- und sonstigen Dienstleistungen sie in Anspruch nehmen möchten.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Verantwortung, die die Mitglieder für sich selbst und die übrigen Bewohner übernehmen. Dazu gehört etwa ein Gremium, das sich aus den Bewohnern zusammensetzt und in dem der gemeinsame WG-Alltag definiert wird.

Durch die überschaubare und familiäre Atmosphäre soll es gelingen, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit über einen möglichst langen Zeitraum hinweg aufrechtzuerhalten; gemeinschaftliche Aktivitäten wie Spielen, Musizieren, Spaziergänge usw. sollen Aktivität und kognitive Fähigkeiten bestmöglich erhalten.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Eine berechtigte Frage lautet, wie viel das alles kostet. Dies lässt sich nicht pauschal beantworten – zu viel hängt von variablen Parametern ab. Dazu gehören die Anzahl der WG-Mitglieder, der Hilfebedarf sowie die Art und Größe der angemieteten Wohnung. Dennoch lässt sich sagen, dass es in vielen Fällen sogar einen Kostenvorteil gegenüber dem Pflegeheim gibt, da die pflegerischen Leistungen je nach Gesundheitszustand des Bewohners frei wählbar sind.
 

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