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Biografiearbeit im Pflegealltag

“Ich habe Ihnen in die Mappe vom Pflegevertrag einen Biografiebogen gelegt, bitte füllen Sie diesen für Ihre Mutter aus.” Vielleicht ist Ihnen schon einmal solcher oder ein ähnlicher Satz in Ihrem Leben begegnet. Biografie – eine Lebensbeschreibung, ein Lebenslauf einer Person.

Warum ist die Biografiearbeit in der Pflege wichtig?

Zunächst fragt sich der Betroffene, für was wird dies wohl benötigt, welchen Sinn soll es haben. Eine ausführliche Biografie zu einem Menschen, der neu in ein Pflegeheim kommt, ist von großer Bedeutung. Es erleichtert den Pflegealltag unglaublich, wenn die Pflegekraft Vorlieben oder Abneigungen in vielen Bereichen kennt (Essen, Körperpflege, Schlaf/Wachgewohnheiten, Musik, Blumen, Farben). Aber auch Ängste, Zweifel und schwierige Situationen sind bei der Biografieerfassung wichtige Hinweise, um dem Bewohner einen positiven Eintritt ins Heim zu ermöglichen.

Häufig leiden ältere Menschen unter Verlustängsten, haben möglicherweise durch Krieg und Flucht unschöne Dinge erlebt, auch das zu wissen kann den Pflegealltag erleichtern. Weitere Eckdaten über Schule, Berufs- und Familienleben sind von wichtiger Bedeutung. Aber auch Hinweise über den Charakter des Menschen, lebte er eher zurück gezogen, war er ein geselliger Mensch.

Im Rahmen von täglichen Angeboten, die häufig mit Hilfe von ausgebildeten Ergotherapeuten oder Altenpflegern stattfinden, wird man Bewohner anhand der biografischen Daten integrieren. Eine ältere Dame, die beispielsweise sehr gern Handarbeit gemacht hat, wird sich sicherlich in gestalterischen Angeboten wohlfühlen oder ein Mann, der vielleicht in einem Chor gesungen hat, wird musikalische Angebote eher nutzen.

Biografiearbeit im Pflegealltag – am besten mit dem Bewohner

Es empfiehlt sich natürlich immer die Biografie, sofern es kognitiv möglich ist, mit dem Bewohner auszufüllen. Sollte dies jedoch aufgrund einer Demenz nicht möglich sein, muss dies ein Angehöriger übernehmen. Das Thema Demenz und Biografie werde ich gesondert näher beschreiben.

Menschen, die durch Ihre Erkrankung erheblich in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt sind, sind auf eine gute Biografiearbeit angewiesen, denn oftmals kann man durch alltagspraktische Dinge kleine Reaktionen hervorrufen oder Erinnerungen wecken. Häufig wird sich dabei auch dem Konzept der basalen Stimulation bedient.

Im Verlauf des Heimaufenthaltes wird die Biografie oftmals durch Mitarbeiter des Hauses ergänzt, da der Bewohner sich im Heim nochmals anders in entwickelt.

 

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