Gesundheit

Das Pflegetagebuch als Hilfe für die Pflegestufen-Bestimmung

Um bei einem pflegebedürftigen Angehörigen eine Pflegestufe festzustellen, wird sich der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vorab ein Bild davon machen, wie hoch der pflegerische Aufwand aktuell ist. Mit Hilfe der Eintragungen in einem Pflegetagebuch, das Sie am besten rund 2 Wochen lang täglich vor dem Besuch des MDK führen, lassen sich die notwendigen Zeiten für die tatsächlich benötigte Pflege genau aufschlüsseln und festhalten. Das erleichtert die Bestimmung der Pflegestufe erheblich.

Vorlagen für Pflegetagebücher zum Ausdrucken finden Sie im Internet. Worauf es bei der Führung des Tagebuches ankommt, ist hier in einem Kurzüberblick zusammengefasst:

Wonach richtet sich die Pflegestufe?

Die Einstufung ergibt sich aus der Zeit, die eine Laie – keine Fachkraft – für die einzelnen pflegerischen Handlungen benötigt. Das MDK hat dafür Orientierungswerte festgelegt. Wichtig: Sollten Sie für eine Tätigkeit länger brauchen, als es der Orientierungswert vorgibt, müssen dafür pflegeerschwerende Gründe angegeben werden können – zum Beispiel krankheitsbedingte Ursachen, starkes Übergewicht oder einschießende, unkontrollierte Bewegungen des Betroffenen. Notieren Sie die aufgewendeten Zeiten genau. So vermeiden Sie unangenehme Diskussionen beim Begutachtungstermin.

Die Pflegezeiten-Erfassung

Die Pflegetätigkeiten werden in vier Obergruppen zusammengefasst:

  • Ernährung
  • Körperpflege
  • Mobilität
  • Hauswirtschaft

Jede pflegerische Tätigkeit wird zusätzlich in einzelne Schritte aufgegliedert. Das bedeutet am Beispiel des Badens, dass Sie nicht nur „Körperpflege – Baden“ eintragen sollten, sondern die Zeit für den Gang ins Bad unter „Gehen“, für das An- und Ausziehen unter „Richten der Kleidung“ usw.

Die Art der Hilfeleistung

Man unterscheidet fünf Formen von Hilfeleistungen:

  • Anleitung
  • Beaufsichtigung
  • Unterstützung
  • Teilweise Übernahme
  • Vollständige Übernahme

Eine aktivierende Pflege verhilft dem Pflegebedürftigen zu mehr Selbstständigkeit und wird der ganzen oder teilweisen Übernahme von Tätigkeiten vorgezogen. Die aktivierenden Hilfeleistungen der Anleitung, Beaufsichtigung und Unterstützung benötigen mehr Zeit und können unter Umständen die Einstufung in eine höhere Pflegestufe begünstigen.

Fragen zur Führung des Pflegetagebuchs und darüber hinaus

Hilfe und Beratung vor dem Besuch des Medizinischen Dienstes kann Ihnen ein Pflegeberater bieten. Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Suchen Sie deshalb nach einem zertifizierten und unabhängigen Berater. Dieser verfügt über umfangreiches Pflegefachwissen und kann Ihnen darüber hinaus bei Rechtsfragen und in Fragen der Organisation des Pflegealltags behilflich sein.

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