Dekubitus – Vorbeugung und Pflege

Eine große Gefahr bei festliegenden oder an den Rollstuhl gebundenen Patienten ist die Ausbildung eines Druckgeschwürs, in der Fachsprache „Dekubitus“ genannt. Grunderkrankungen wie Infektionen oder Diabetes erhöhen das Dekubitus-Risiko noch.

Die vornehmlich an Körperstellen mit wenig Fett und Muskelgewebe wie Steißbein, Fersen oder Gesäß auftretenden Geschwüre verursachen starke Schmerzen. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zudem schlimmstenfalls zum Absterben des Gewebes und zur Zerstörung von Haut, Muskeln, Sehnen und Knochen.

Eine Dekubitus-Behandlung ist äußerst langwierig und verursacht in der Pflege des Patienten hohe Zusatzkosten. Vorbeugende Maßnahmen und eine entsprechende Pflege der gefährdeten Körperstellen minimieren das Erkrankungsrisiko für die Patienten erheblich.

Risiko-Bewertung

Um das Risiko für den Patienten feststellen zu können, wird die Braden-Skala herangezogen. Für sechs Kriterien (Mobilität, Aktivität, Krafteinwirkung, Sensorik, Ernährung und Feuchtigkeit) werden 1–4 Punkte vergeben, die anschließend zusammengezählt werden. Ab einem Ergebnis von 18 Punkten und mehr ist das Risiko für den Patienten, an Dekubitus zu erkranken, gering. Je niedriger die Punktzahl ausfällt, desto höher ist das Risiko.

Mögliche Hilfsmittel

Verschiedene, im Handel erhältliche Hilfsmittel unterstützen bei der Vorbeugung eines Dekubitus. Dazu gehören spezielle Matratzen, Kissen und Sitzkissen sowie Gelauflagen. Diesen Hilfsmitteln liegen unterschiedliche Systeme zugrunde, die je nach Risikograd zum Einsatz kommen sollten.

  • Bei sogenannten Weichlagerungssystemen handelt es sich um Gelauflagen, Matratzen und Kissen, die für eine Gewichtsverteilung sorgen, sodass sich der Druck auf eine bestimmte Körperstelle vermindert.
  • Die voneinander getrennten Kammern in Wechseldruck-Matratzen verändern den Druck auf den Körper mehrmals stündlich, indem sich die Kammern abwechselnd aufpumpen bzw. leeren.
  • Matratzen mit integriertem Micro-Stimulationssystem (MiS) besitzen einen speziellen Aufbau mit integrierten Flügelfedern sowie eine elektronische Steuerung, die mittels kleiner Bewegungen die Eigenbewegungen des Patienten unterstützt. Das bringt eine aktive Durchblutungsförderung mit sich, die sowohl vorbeugend wirkt als auch bei der Ausheilung vorhandener Geschwüre hilft.

Hautpflege

Eine gesunde Haut gehört unbedingt zur Dekubitus-Vorbeugung. Deshalb müssen die Pflegemittel auf den Hauttyp abgestimmt werden. Der Handel hält für jeden Hauttyp die passenden Produkte bereit:

  • Bei normaler bis trockener Haut eignen sich Wasser-in-Öl-Produkte.
  • Fettige Haut verlangt nach Öl-in-Wasser-Produkten.
  • Ist die Haut sehr trocken und spröde, sind Ölbäderzusätze hilfreich.

Umlagerung, Mobilisierung und Ernährung

Keines der oben genannten Lagerungssysteme macht das regelmäßige Umlagern des Patienten überflüssig. Des Weiteren sollten die Gliedmaßen und – so weit möglich – der Rumpf durch Bewegungsübungen angeregt und gekräftigt werden. Neben der körperlichen ist auch die geistige Mobilisierung wichtig. Eine gute psychische Verfassung stärkt das Immunsystem!

Eine ausgewogene Kost stärkt ebenfalls das Immunsystem und hilft dabei, die Haut gesund zu erhalten. Die Ernährung sollte deshalb abwechslungsreich und vollwertig sein. Eine optimale Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ist sowohl für die Dekubitus-Vorbeugung als auch bei der Wundheilung von großer Hilfe.

 

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