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Demenz und Aggression

Pflegende Angehörige leiden häufig unter aggressiven Ausbrüchen ihres demenzkranken Familienmitglieds. Und nehmen diese sehr persönlich – eine ganz normale, menschliche Reaktion. Was Sie über Aggression in Verbindung mit Demenz wissen sollten und wie Sie zu einer entspannteren Kommunikation mit Ihrem Angehörigen finden, erfahren Sie hier.

Demenz und Aggression – was können Sie tun?

Die Ursachen für aggressives Verhalten bei Demenz

Aggressivität ist ein Symptom der Demenz. Der Betroffene kann dies nicht kontrollieren. Auslöser für aggressives Verhalten sind oft Ängste und Überforderung. Es macht schnell wütend, für etwas um Hilfe bitten zu müssen, was bisher selbstverständlich allein getan werden konnte. Ängste können entstehen, wenn sich der Patient phasenweise seiner Erkrankung bewusst wird oder sich unter Druck gesetzt fühlt.

Gelassen bleiben

Der wichtigste Rat für pflegende Angehörige ist zugleich am schwersten umzusetzen: Nehmen Sie es nicht persönlich! Bleiben Sie gelassen. Das fällt schwer, wenn einst eng miteinander Vertraute plötzlich keine gemeinsame Basis mehr finden. Ihre Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes sind nicht mehr die Ihres Angehörigen. Dies führt verständlicherweise auch bei Ihnen zu Verlustgefühlen, Frustration und Gereiztheit. Sorgen Sie deshalb mit regelmäßigen Auszeiten auch unbedingt für sich!

Die Kommunikation vereinfachen

Mit einigen einfachen Veränderungen in Ihrer Kommunikation können Sie Ihrem Angehörigen Sicherheit vermitteln und sich besser für ihn verständlich machen.

  • Einfache Sätze mit konkreten Inhalten

Vermeiden Sie komplizierte Sätze und werden Sie ganz konkret. Statt zu sagen „Bitte decke den Tisch“ geben Sie klare Anweisungen: „Stelle bitte die Teller auf den Tisch“ (dann Besteck, Gläser usw.)

  • Wiederholung wichtiger Informationen

Steht beispielsweise ein Arzttermin an oder erwarten Sie Besuch, informieren Sie Ihren Angehörigen in regelmäßigen Abständen darüber. So prägt sich die Information besser ein.

  • Visuelle Hilfen

Suchen Sie beim Sprechen den Blickkontakt, damit sich Ihr Angehöriger angesprochen fühlt. Zeigen Sie auf die Dinge, über die Sie sprechen. Dies erleichtert Demenzpatienten, einen Bezug zum Gesagten herzustellen.

  • Zeit lassen

Demenzerkrankte leiden häufig unter Wortfindungsschwierigkeiten. Versuchen Sie nicht, helfend einzugreifen, sondern lassen Sie Ihrem Angehörigen Zeit, den richtigen Ausdruck zu finden. Das mindert den Druck, unter dem er sich in der Situation bereits befindet.

Raum geben

Geben Sie Ihrem Angehörigen Raum. Halten Sie ihn nicht fest. Kündigen Sie Ihre Hilfe an, wenn Sie beispielsweise beim Ankleiden etc. unterstützend eingreifen müssen. So vermeiden Sie, dass er sich „angegriffen“ oder bedrängt fühlt.

Sollte Ihr Angehöriger vermehrt dazu neigen, Sie körperlich anzugreifen, besprechen Sie dies bitte mit dem behandelnden Arzt. Er wird gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung einleiten.

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