Depressive Verstimmungen bei Demenz

Eine Problematik, die sehr viele pflegende Angehörige kennen, stellen phasenweise auftretende depressive Verstimmungen bei Demenzkranken dar. Laut Statistik sind mindestens 40 % der Patienten davon betroffen. Fachleute gehen jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Depressive Verstimmungszustände sind in der Regel gut behandelbar. Was Sie wissen sollten und was Sie tun können, erfahren Sie hier.

Die Ursachen für depressive Verstimmungszustände bei Demenz

Auslöser sind sowohl organische als auch nichtorganische Faktoren. Zum einen spielen degenerative Veränderungen in verschiedenen Hirnbereichen eine Rolle sowie die Zerstörung bestimmter Nervenzellen, was ein Ungleichgewicht herstellt. Zum anderen – und das kann jeder leicht nachvollziehen – begünstigen zunehmende Hilflosigkeit, Verlust der Sprache, Verlassenheitsgefühle, Auseinandersetzungen mit Bezugspersonen und Schamgefühl depressive Verstimmungen stark.

Welchen Verlauf nehmen die depressiven Phasen?

Ein Merkmal für depressive Verstimmungen im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung ist die Kürze der Phasen. Sie reichen von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden. Eine dauerhafte, über Tage anhaltende Phase spricht demnach eher für eine Depression. Scheinbar nehmen Häufigkeit und Stärke der Episoden mit zunehmendem Fortschreiten der Demenz ab. Allerdings zeigen Studien auf, dass die Patienten auch in weit fortgeschrittenen Stadien zu Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Ängsten fähig sind. Diese Gefühle können nur nicht mehr so offensichtlich zu Tage treten.

Symptome

Es fällt oft schwer, die Symptome für Depression von jenen der Demenz zu unterscheiden. Bei beiden Erkrankungen treten häufig Schlaflosigkeit, Antriebsstörungen und Appetitlosigkeit auf. Depressive Verstimmungen äußern sich unter anderem darin, dass für kurze Zeit extreme Traurigkeit, Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit, Ängste und ein Abkapseln von der Außenwelt auftreten.

Wenn Sie immer wieder damit konfrontiert werden, Ihren Angehörigen zu nichts motivieren zu können und er sich abkapselt, ist dringend Handlungsbedarf geboten.

Behandlungsmöglichkeiten

Nicht nur der Patient braucht Hilfe. Auch Sie als pflegender Angehöriger und Ihre Familie benötigen Unterstützung. Psychotherapeutische Maßnahmen, die Ihren Angehörigen dabei ermutigen, seine Fähigkeiten weiter zu nutzen, ihm das Gefühl der Nützlichkeit zu vermitteln und Ängste zu nehmen, greifen meist sehr gut. Spezialisierte Psychotherapeuten helfen zudem allen Familienmitgliedern, die psychischen Vorgänge einzuschätzen und mit ihnen umzugehen.

Bei leichten Verstimmungen können Johanniskraut-Präparate Erleichterung und innere Ruhe verschaffen. Diese Produkte sind im Allgemeinen nebenwirkungsfrei. Bei schweren depressiven Verstimmungen kann der behandelnde Arzt Antidepressiva verschreiben. Dabei ist darauf zu achten, dass diese nicht mit anderen notwendigen Medikamenten auf ungünstige Weise interagieren.
 

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