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Wahnvorstellungen und Halluzinationen bei Demenz

„Du hast mir meine Brille weggenommen!“ Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie diesen oder einen ähnlichen Satz schon gehört? Wie geht es Ihnen damit? Wie gehen Sie damit um? Wahnvorstellungen – aber auch Halluzinationen – sind sehr häufig auftretende Störungen im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen. Was diese Störungen verursacht, was sie voneinander unterscheidet und welche Möglichkeiten der Behandlung und des Umgangs damit zur Verfügung stehen, fassen wir im Folgenden kurz zusammen.

Ursachen für Wahnvorstellungen

Wahnvorstellungen und Halluzinationen bei Demenz werden durch eine Denkstörung hervorgerufen. Ausgelöst werden sie durch die sich verschlechternden geistigen Fähigkeiten, durch Hör- und Sehprobleme und eine zunehmende Reizarmut von außen. Am häufigsten treten der sogenannte Bestehlungswahn sowie Verfolgungs- bzw. Vergiftungswahn auf. Die Patienten bauen dabei ein absolut logisches Konstrukt auf, das mit Argumenten nicht zu erschüttern ist.

Ursachen für Halluzinationen

Im Fall von Halluzinationen ist die Wahrnehmung gestört. Demenz-Patienten sehen dabei zum Beispiel Mäuse, Spinnen oder andere kleine Tiere. Aber auch Abgründe werden gesehen (bei schlechten Lichtverhältnissen in der Wohnung kann ein dunkler Flurboden zum schwarzen Schlund werden) oder Stimmen gehört. Neben der bereits erwähnten Reizarmut können u. a. Flüssigkeitsmangel und Nebenwirkungen von Medikamenten zu Halluzinationen führen.

Was Sie tun können

Für Sie als pflegenden Angehörigen ist es besonders schwierig, nicht emotional zu reagieren. Das ist nur zu verständlich. Dennoch lautet der wichtigste Rat beim Umgang mit Wahnvorstellungen: Versuchen Sie nicht, Ihren Angehörigen von der Wahrheit zu überzeugen. Nehmen Sie ihn ernst. Alles andere würde ihn in seiner Wahnvorstellung lediglich bestärken. Bewahren Sie sich eine gesunde Distanz in Gesprächen. Und versuchen Sie, sich in Ihren Angehörigen einzufühlen, offen zu sein für seine Sorge. Dadurch bauen Sie Ängste ab und Vertrauen auf.

Im Falle von Halluzinationen können Sie beispielsweise durch Veränderung der Lichtverhältnisse in der Wohnung oftmals für Erleichterung sorgen. Denken Sie auch an eine mögliche Verschlechterung der Seh- und Hörfähigkeit Ihres Angehörigen. Aber auch die Überprüfung, ob nicht doch eine Maus ihr Unwesen treibt, kann nicht schaden! Nicht selten haben Patienten Recht, es wird ihnen nur nicht geglaubt … Begegnen Sie der Reizarmut Ihres Angehörigen außerdem durch Beschäftigung, Spiele, Unternehmungen (hier Link zum Artikel „Demenz und Spiele“ einfügen).

Hilfe für Sie!

Bevor der Druck zu groß wird – suchen Sie sich Hilfe! Lassen sie sich beispielsweise durch Fachpersonal beraten. Besprechen Sie die Problematik auch mit dem behandelnden Arzt.

Behandlungsmöglichkeiten

In schweren Fällen von Halluzination kann der behandelnde Arzt unter Umständen zu einer medikamentösen Behandlung raten. Diese sollte immer so kurz und so niedrig dosiert wie möglich ausfallen. Da die hier eingesetzten Medikamente unerwünschten Nebenwirkungen mit sich bringen können, ist eine engmaschige ärztliche Kontrolle notwendig.
 

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