Die Auswahl des richtigen Heimplatzes – was ist zu beachten?

Die Auswahl des richtigen Heimplatzes – was ist zu beachten? Irgendwann kommt der Punkt an dem sich der Pflegebedürftige selbst oder die Familienangehörigen entscheiden, die Pflegeleistungen von einem Heim erbringen zu lassen. Oft ist es für beide Seiten so einfacher der Pflege gerecht zu werden, beziehungsweise hat sich meistens der gesundheitliche Zustand des Pflegebedürftigen so weit verschlechtert, dass ein Heim die bestmögliche Alternative darstellt. Doch wie findet man das richtige Pflegeheim für seine Familienmitglieder?

 

Altenheimsituation in Deutschland

Bei der Auswahl des richtigen Heims sind die meisten Menschen oft schnell überfordert. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile 24.000 Pflegeheime und ambulante Pflegestationen, hinzukommen tausende von privaten Pflegeeinrichtungen, die nur zum Teil oder gar nicht von der öffentlichen Hand getragen werden. Doch trotz des steigenden Angebotes an Pflegeeinrichtungen, die sich mit der Zeit auch immer besser den Bedürfnissen ihrer Patienten angepasst haben, wird der Andrang auf einen Heimplatz immer größer. Der Staat kommt heutzutage nur unzureichend der schnell wachsenden Nachfrage nach Heimplätzen nach. Aus diesem Grund bekommen viele Pflegeheime zu wenig finanzielle Unterstützung und es fehlt meistens an Personal und mitunter sogar an speziellen Behandlungsmöglichkeiten. Daher sollte man sich möglichst früh über die verschiedenen Alten- und Pflegeheime informieren und sich, wenn erforderlich, auf eine Warteliste setzen lassen.

Wer nach einem Pflegeheim sucht, der schaut meistens zunächst ins Internet und wird auch schnell fündig. Allerdings sei bei der Glaubhaftigkeit der verschiedenen Bewertungen Vorsicht geboten. Nicht alle basieren auf realen Erfahrungen und viele sagen wenig über das Fachangebot aus, die den speziellen Bedürfnissen eines Pflegebedürftigen entsprechen.

 

Erste Schritte bei der Suche

Neben der Internetrecherche empfiehlt es sich stets Infomaterial der einzelnen Pflegeheime anzufordern und auch nach Behandlungsschwerpunkten zu fragen, falls dies gewünscht ist. Zudem lohnt es sich immer bei den unterschiedlichen Pflegeheimen persönlich vorbeizuschauen und sich ein eigenes Bild über die Leistungen, die Ausstattung und von dem Personal zu machen. Die meisten Pflegeheime bieten Besichtigungstermine an. Außerdem können so leichter Fragen geklärt werden. Doch bevor es zu der Besichtigung eines Pflegeheimes geht, sollte man sich selber gut überlegen, was man von einer Pflegeeinrichtung erwartet.
Bi einem persönlichen Besuch des Pflegeheims, sollte man sich nicht nur die Wohnräume zeigen lassen, sondern auch die Aufenthaltsräume und Speisesäle genauer begutachten. Vielleicht schafft man es auch ein paar Worte mit verschiedenen Pflegern oder Seelsorgern des Heims zu wechseln, die einen vielleicht auch auf die Schwächen des Heims hinweisen könnten, da jedes Heim seine eigenen Baustellen hat. Dabei sollte man aufgrund der großen Nachfrage an Heimplätzen nicht vergessen, dass ein Altenheim meistens kein Hotel ist, sodass die Hygiene und nicht der Teppich oberste Priorität hat.

 

Checkliste 1 – Erwartungen an ein Heim

Nicht alle Pflegestufen haben dieselben Ansprüche an ein Heim. Wer noch relativ selbstständig ist und trotzdem in einem Altenheim leben möchte, der entscheidet sich vielleicht eher für ein betreutes Wohnen. Beziehungsweise brauchen andere Patienten eine Betreuung rund um die Uhr, haben jedoch nur ein geringes Budget zur Verfügung.

Danach stellt sich natürlich die Frage, ob eine ganze Wohnung gewollt ist, eine eigens Zimmer oder ob der Pflegebedürftige gerne in Gesellschaft mit anderen Menschen ist und sich daher auch ein Zimmer mit einer weiteren Person teilen würde. Das finanzielle Budget spielt dabei natürlich immer eine große Rolle. Pflegeheime sind oft mit großen Kosten verbunden, da nicht nur eine Wohnung mit Vollpension, sondern auch eine umfangreiche medizinische und hygienische Versorgung, sowie diverse Freizeitaktivitäten geboten werden.

Bei religiösen Menschen kommt außerdem die Frage auf, ob sie in einem religiösen Stift wohnen wollen, beziehungsweise in einem Altenheim, das eng mit einer kirchlichen Einrichtung verbunden ist. Viele ältere Menschen wenden sich besonders an ihrem Lebensende einer Religion zu und bevorzugen ein Heim, dass von Geistlichen geführt wird oder zu mindestens einen kirchlichen Träger hat.

Daneben ist die Lage ein wichtiger Punkt. Soll das Heim eine Nähe zu der Familie haben, gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein und auch nicht weit ab von kulturellen Zentren oder wird eine Nähe zur Natur, wie dem Meer oder den Bergen bevorzugt? Wie sieht es mit Einkaufsmöglichkeiten und einem Park für Spaziergänge aus? Ferner ist natürlich auch die behandlungsspezifische Ausrichtung des Heims wichtig. Passt sie zu den Bedürfnissen des potenziellen Bewohners oder liegt der Schwerpunkt woanders?

 

Checkliste 2 – Die Einrichtung des Zimmers

Bei der Beurteilung des Zimmers sollte auf folgendes geachtet werden: Ein Zimmer sollte hell und sauber sein und auch wenn es sich um ein Einbettzimmer handelt, darf es nicht zu kein sein und eine gewisse Wohnlichkeit vorweisen können. Je nachdem welche Pflegestufe erreicht wurde, muss ein Zimmer mehr oder weniger stationär eingerichtet sein und Stütz- und Gehilfen sowie einen gut erreichbaren Notfallknopf vorweisen können. Viele Menschen möchten auch ein paar ihrer eigenen Möbel mit in das neue Heim nehmen. Meisten stellt dies kein Problem dar, allerdings sollte dies trotzdem zuvor abgesprochen werden.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich das Zimmer gut lüften lässt und die Heizung funktioniert. Auch die Lärmbelästigung bei offenen Fenstern und die Hellhörigkeit der Wände sollte getestet werden. Zudem sind Telefon-, Fernseh- und bei Bedarf auch Internetanschlüsse wichtig. bei Raucher könnte ein Balkon von Nutzen sein und bei Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ein Fahrstuhl. Außerdem sollte sich über die Häufigkeit der Reinigung der Räume informiert werden, denn auch wenn es Personalprobleme gibt, ist Hygiene und Sauberkeit ein wichtiger Punkt.

Abschließend darf die Begutachtung der Bäder und Waschmöglichkeiten nicht vergessen werden. Man sollte auch abschätzen, wieviel Wasch- und Toilettenräume auf die Bewohnerzahl kommen und wie gut diese erreichbar sind.

 

Checkliste 3 – Die Ausstattung des Heimes

Alten- und Pflegeheime sind oft die letzten Wohnstätten eines Menschen. Aus diesem Grund sollten sie auch verschieden Möglichkeiten zur Alltagsgestaltung vorweisen können. Die meisten Heime besitzen neben einfachen Aufenthaltsräumen auch eine Bibliothek, eine Cafeteria, Andachtsräume mit regelmäßigen Gottesdiensten, Fitness- und Gymnastikräume und einen Garten, beziehungsweise ein Parkanlage. Einige haben auch einen kleinen Supermarkt oder einen Kiosk bei sich. Zudem sollte ein gutes Heim seinen Bewohnern auch unterschiedliche Services anbieten. Dazu zählt, dass ein Friseur regelmäßig das Heim aufsucht, bei Bedarf ein Transportservice zur Verfügung gestellt wird, aber auch die Möglichkeit von Krankengymnastik und Seelsorgern angeboten wird. Ferner sollte sich über Freizeitausflügen, Feierlichkeiten im Heim und kulturellen Angeboten, wie Leseabende oder musikalische Unterhaltungen informiert werden.

Zu den Serviceangeboten gehören jedoch auch eine freie Arztwahl, ein Wäsche- und Nähservice und ein Besorgungsdienst.

Die meisten Altenheime bieten eine Vollverpflegung mit unterschiedlicher Menüwahl an. Wenn der Patient an bestimmten Unverträglichkeiten leidet oder auf einige Lebensmittel verzichten muss, sollte das kein Problem darstellen. Auch vegetarische Ernährungsgewohnheiten muss ein Pflegeheim gerecht werden.

 

Was ein gutes Heim ausmacht

Letztendlich zählt jedoch der Gesamteindruck des Heims. Auch wenn vielleicht nicht alle Punkte zur vollsten Zufriedenheit erfüllt werden, kann sich ein Pflegebedürftiger in seinem Heim sehr wohl fühlen, weil auf seine Bedürfnisse gut eingegangen wird und das Heim eine sehr wohnliche und familiäre Atmosphäre hat. Die meisten Altenheime bieten ihren potenziellen Kunden auch ein Probenwohnen an, sodass für ein oder zwei Wochen der Pflegebedürftige sich selbst ein Bild vom Heim machen kann. Wie beim Suchen einer normalen Wohnung, muss man auch bei der Suche nach einem Heimplatz Kompromisse eingehen und unbedingt auf sein Bauchgefühl hören.

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