Elektrisch betriebene Hilfsmittel – wer bezahlt die Stromkosten?

Bezahlen Sie die Stromkosten selbst, die durch elektrisch betriebene Hilfsmittel wie Wechseldruckmatratze, Elektrorollstuhl oder Lifter verursacht werden? Dann geht es Ihnen wie zahlreichen Ihrer Mitmenschen, die sich in der häuslichen Pflege um einen Angehörigen kümmern.

Seit 1997 existiert zwar ein Urteil vom 3. Senat des Bundessozialgerichts (https://db1.rehadat.de/rehadat/Reha.KHS?State=340&Db=4&AKT=3%20RK%2012%2F96&SORT=R09), wonach zum Anspruch auf Versorgung mit einem Hilfsmittel auch die zu dessen Betrieb benötigte Energie gehört. Leider wird dieser Umstand von den Krankenkassen jedoch nur selten kommuniziert.

Wann werden Energiekosten übernommen?

Die Energiekostenübernahme gilt ausschließlich für vom Arzt verordnete und von der Kasse bezahlte Hilfsmittel. Dazu gehören unter anderem Inhalatoren, Hausnotrufsysteme, Elektromobile, Elektrorollstühle, Hilfsantriebe für Rollstühle, Beatmungsgeräte und Luftbefeuchter.

Der Antrag auf Kostenübernahme

Manche Krankenkassen stellen auf Anfrage ein entsprechendes Antragsformular bereit. Bei anderen Kassen genügt ein formloser Antrag. Ebenso gibt es Unterschiede bezüglich der Erstattung – manche Kassen bezahlen eine Pauschale, andere wiederum rechnen nach dem Verbrauch ab. Erkundigen Sie sich bei der Kasse Ihres Angehörigen, wie sie dies handhabt.

Ist eine Abrechnung nach Verbrauch vorgesehen, fügen Sie Ihrem Antrag unbedingt eine Kopie der Stromkostenabrechnung bei.

Wichtig: Es kommt vor, dass Kassen den Antrag zur Stromkostenübernahme zunächst ablehnen. Berufen Sie sich dann auf das oben verlinkte Urteil und legen Sie umgehend Widerspruch ein.

Die Berechnung der Stromkosten

Zur Berechnung können Sie folgende einfache Formel verwenden:

Stunden x Watt x Betriebstage x Euro/Kilowatt

Statt der Leistung in Watt pro Stunde finden Sie auf vielen Geräten oder in der Bedienungsanleitung die Spannung in Volt und die Leistung in Ampere (z. B. 230V – 0,5A). Daraus berechnen Sie die Leistung in Watt folgendermaßen:

230V * 0,5A = 115 Watt.

Für ein Gerät mit dieser Leistung, das 24 Stunden täglich in Betrieb ist, wären das rund 250 Euro Stromkosten pro Jahr bei angenommenen 0,25 Euro/Kilowatt.

Energie sparen

Denken Sie daran, gerade nicht benötigte Ladegeräte und Hilfsmittel vom Netz zu trennen. Bei mehreren Geräten summiert sich selbst eine geringe Leistungsaufnahme von 2 Watt im Stand-by-Betrieb rasch auf einige Euro im Jahr.

Das Wichtigste zum Schluss

Wenn Ihnen die Verpflichtung der Krankenkasse zur Übernahme der Energiekosten bisher nicht bekannt war, können Sie die Stromkostenerstattung bis zu vier Jahre rückwirkend einfordern!
 

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