Ergotherapie – wann ist sie von Nutzen?

Im Rahmen der häuslichen Pflege stellen sich pflegende Angehörige oft die Frage, wie und womit sie ihrem Patienten noch besser helfen und ihm das Leben erleichtern können. Eine große Hilfe mit breitem Anwendungsspektrum stellt die Ergotherapie dar. Hier erfahren Sie, was unter dieser Therapieform zu verstehen ist und wo sie erfolgreich eingesetzt werden kann.

Was beinhaltet die Ergotherapie?

Ergotherapie zielt darauf ab, in ihren Handlungen eingeschränkte oder von zunehmender Einschränkung bedrohte Menschen zu unterstützen und zu befähigen, für sie wichtige Tätigkeiten ausführen zu können. Die Selbstständigkeit soll so weit als möglich bewahrt oder wiedererlangt werden. Neben dem motorischen Training durch Bewegungsübungen, Spiel und Handwerken werden Übungen zur Aktivierung der kognitiven Fähigkeiten durchgeführt. Dazu gehören u. a. Konzentrationstraining, Hirnleistungstraining sowie Übungen zur Steigerung der Wahrnehmung. Weiteres großes Augenmerk wird auf die psychische Stabilisierung des Patienten gerichtet. Dies kann durch Gespräche, Freizeitaktivitäten und die Förderung der Interaktion mit anderen geschehen.

Ein ganz wichtiger Bereich in der Ergotherapie befasst sich mit der Anleitung zur Selbsthilfe. Vom Anziehen über das Essen und Trinken bis hin zum Toilettengang werden an die Bedürfnisse des Patienten angepasste Hilfestellungen vermittelt.

Sie als pflegender Angehöriger profitieren von der Beratung des Therapeuten im Hinblick auf den Pflegealltag. Des Weiteren wird – wenn nötig – eine Anpassung der Hilfsmittel vorgenommen.

Bei welchen Krankheitsbildern wird die Ergotherapie bevorzugt eingesetzt?

Die fünf häufigsten Einsatzbereiche der Ergotherapie umfassen:

  1. neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Schlaganfall sowie Morbus Parkinson
  2. Therapie nach Tumoroperation, Amputation und Frakturen
  3. Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer
  4. rheumatische und degenerative Muskel- und Skeletterkrankungen
  5. psychische Erkrankungen wie Depressionen und Psychosen

Die Kosten für Ergotherapie werden von den Krankenkassen übernommen, wenn eine Verordnung vom Hausarzt oder Neurologen vorliegt.

Ergotherapie bei Mehrfacherkrankungen

Auch aus dem Bereich der Geriatrie ist die Ergotherapie nicht mehr wegzudenken. Patienten, die an altersbedingen Mehrfacherkrankungen leiden, profitieren von den umfassenden Therapieansätzen ganz besonders. So sind Behandlungen von Patienten, die beispielsweise sowohl an Alzheimer als auch unter schwerem Rheuma erkrankt sind, eher die Regel als die Ausnahme. Der ganzheitliche Ansatz dieser Therapieform unter Einbeziehung des jeweiligen Umfelds hilft nicht nur dem Patienten, sondern unterstützt auch Sie in Ihrem Pflegealltag.