Mitarbeiter mit Migrationshintergrund in der Pflegebranche

Flüchtlinge und Pflegebranche

Warum unsere Rentenkassen die Flüchtlinge brauchen

Seit 2015 kommen verstärkt Geflüchtete aus den Kriegsgebieten in Nordafrika und dem Mittleren Osten nach Deutschland, weil sie Zuflucht und Schutz vor dem Krieg und dem Terrorismus suchen oder in ihrem Heimatland politisch verfolgt werden. Seitdem immer mehr Flüchtlinge im Land leben steigen auch die Angst vor einer Verfremdung und die Anzahl der fremdenfeindlichen Übergriffe auf Asylunterkünfte. Zudem halten viele Menschen die wachsende Zahl der Asylbewerber gefährlich für unser Sozialsystem und haben Angst, dass die gesamte deutsche Bevölkerung finanziell darunter zu leiden hat. Doch die Geflüchteten können auch einen großen Nutzen für das deutsche Sozialsystem sein, wenn sie richtig und vor allem schnell integriert werden. Besonders unsere Rentenkassen brauchen die Zuwanderer.

 

Die jetzige Situation der deutschen Rentenkasse

Unser Rentensystem ist über hundert Jahre alt und wurde damals zu Zeiten von Otto von Bismarck entwickelt. Damals hatte Deutschland eine stetig wachsende Bevölkerung, woran sich auch das Rentensystem orientierte. So erarbeiteten die Entwickler des Rentensystems ein Konzept der Umverteilung. So bezahlt die heutige arbeitende Bevölkerung die Rente der jetzigen Rentner und kann sich darauf verlassen, dass ihre Kinder einmal ihre Rente zahlen werden, ein Generationsvertrag also.

Nun hat sich die Bevölkerungsstruktur in den letzten 100 Jahren stark verändert, sodass heutzutage mehr Senioren auf einem Arbeiter kommen und gleichzeitig die Geburtenrate sinkt. Zudem werden die Menschen immer älter, womit auch die Rentenleistungen länger gezahlt werden müssen, die das System noch einmal strapazieren.
Bereits heute besitzen die Rentenkassen nicht die ausreichenden Mittel für alle Renten, was häufigere „Nullrunden“, die Erhöhung des Renteneinstiegsalters und die allgegenwärtige Empfehlung einer privaten Altersvorsorge belegen.

In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren geht die Generation der Babyboomer in Rente, auf ihr kommen jedoch aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge seit den 80ern sehr viel weniger Arbeiter, die in die Rentenkassen einzahlen können. Unser Rentensystem in seiner eigentlichen Idee steht also kurz vor dem Scheitern.

 

Flüchtlinge als Arbeiter

Mit dem Zuzug und einer richtigen Integration der Geflüchteten, könnte dem Kollaps des Rentensystems entgegengewirkt werden. Die meisten Flüchtlinge sind Fachkräfte, die Deutschland eigentlich dringend braucht. Sie würden mit ihrer Arbeitskraft und ihrem Fachwissen nicht nur den Fachkräftemangel beseitigen, sondern auch monatliche in die Sozialversicherungen und somit auch in die Rentenkassen einzahlen. Laut Angela Merkels Ankündigungen könnte Deutschland in den Jahren 2015 bis 2017 jeweils knapp 1 Millionen Geflüchtete aufnehmen. Wenn die Mehrheit dieser Menschen schnell in die Erwerbstätigkeit eingeführt wird, würden der deutsche Staat und die nächste Rentengeneration davon profitieren. Ferner bringen viele Geflüchtete ihre Kinder mit nach Deutschland, womit auch die sinkende Geburtenrate in Deutschland ein wenig begegnet werden würde.

 

An der schnellen Integration scheitert es

Laut Umfragen will die große Mehrheit der Geflüchteten gerne in Deutschland arbeiten. Allerdings ist es ein langer und bürokratischer Prozess, bis Geflüchtete eine Arbeitserlaubnis bekommen. Nicht selten kann es Jahre dauern, ehe sie einen Beruf aufnehmen dürfen. In dieser Zeit verpassen die Flüchtlinge nicht nur wertvolle Momente schnell in die Gesellschaft integriert zu werden, sondern der deutsche Staat versäumt es auf eine einfachere Art seine Sozialkassen zu füllen.
Integration heißt nicht, dass sich Fremde an den Einheimischen anpassen, sondern dass sie an dem Alltag und dem Leben des Landes teilnehmen. Und dazu gehört auch die Aufnahme eines Berufes.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.