Hörgeräte – Bezuschussung nicht nur für einfache Modelle

Nicht immer reichen die Nulltarif-Hörgeräte aus, die der Hörgeräte-Akustiker im Angebot führen muss. Je nach Resthörvermögen und Anforderungen kann der Hörgerätekauf sehr schnell sehr teuer werden. Welche Bezuschussungsmöglichkeiten neben dem Erstattungsbeitrag von der Krankenkasse noch zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier im Kurzüberblick.

Gesetzliche Erstattung

Seit Inkrafttreten eines neuen Gesetzes im November 2013 beträgt die gesetzliche Erstattung durch die Krankenkasse pro Gerät 784,94 Euro. Für das zweite Gerät müssen Sie allerdings oft mit einem Abschlag von 20 % rechnen. Erkundigen Sie sich dennoch bei der Krankenkasse, denn der tatsächliche Erstattungsbetrag variiert von Kasse zu Kasse. Des Weiteren erstatten die Kassen die Kosten für Beratung und Anpassung, einer eventuellen Programmierung des Hörgerätes, für die Nachbetreuung sowie für Reparaturen und Wartung. Einzig ausgenommen hiervon sind die Kosten für die Ersatzbatterien.

Die Gerätepreise variieren zwischen 500 Euro und über 3000 Euro pro Gerät. Nur in bestimmten Fällen – wenn z. B. gesundheitliche oder berufliche Gründe ein Hörgerät erforderlich machen – übernimmt die Krankenkasse die Mehrkosten. Dazu benötigen Sie eine entsprechende Verordnung vom HNO-Arzt. Die ausführliche Beratung beim Hörgeräte-Akustiker und die Abklärung mit der Krankenkasse sind ebenfalls wichtig.

Andere Kostenträger

Unter bestimmten Voraussetzungen können Anträge bei weiteren Kostenträgern erfolgreich sein:

  • Rentenversicherung

Die Rentenversicherung kann einen Zuschuss auf den verbliebenen Betrag nach Abzug der Kassenerstattung gewähren, wenn der Antragssteller noch berufstätig ist. Es handelt sich dabei um den „Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“.

  • Unfallversicherung

Eine Schwerhörigkeit als Unfallfolge verpflichtet die eigene oder aber die Unfallversicherung des Gegners zur Erstattung der Hörgerätekosten.

  • Berufsgenossenschaft

Nach einem Unfall im Betrieb oder im Falle einer berufsbedingten „Lärmschwerhörigkeit“ hat die Berufsgenossenschaft anteilige Kosten zu übernehmen

  • Agentur für Arbeit

Den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben kann auch ein nicht Arbeitsloser stellen. Die Agentur für Arbeit hat einen Ermessensspielraum und kann Zuschüsse gewähren.

  • Versorgungsamt

Kann ein Nachweis dafür erbracht werden, dass die Schwerhörigkeit infolge einer Impfung, einer Gewalttat oder im Krieg erworben wurde, ist das Versorgungsamt zur Bezuschussung von Hörgeräten verpflichtet

  • Integrationsamt

Auch ein Antrag beim Integrationsamt kann unter gewissen Voraussetzungen erfolgreich sein.

Steuerlich absetzbare Aufwendungen

Ein eventuell verbliebener Restbetrag kann bei der Steuererklärung als „außergewöhnliche Belastung“ angegeben werden.
 

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