Homöopathie

Homöopathie als Hilfe im Alter und bei der Pflege

Die Homöopathie gilt als eine alternative Therapie und Behandlungsmethode zu der herkömmlichen Schulmedizin. Das Ziel der Homöopathie ist es, den Körper Impulse zu geben, sodass dieser aus eigenen Kräften versucht sich selbst zu heilen, Hilfe zur Selbsthilfe also. Jedoch ist das Konzept der Homöopathie auch umstritten unter den Medizinern und in der Forschung. Zwar ist die Nachfrage an homöopathischen Behandlungsmethoden angestiegen und auch viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine homöopathische Behandlung, dennoch konnte die Wissenschaft noch nicht nachweisen, dass Homöopathie wirklich hilft. Vieles, so aktuelle Forschungsergebnisse, basiere auf einen Placeboeffekt, wobei es zum Teil jedoch auch schwer ist, die Impulswirkung der Medikamente nachweisen zu können. Besonders aus diesem Grund existiert unter den Medizinern auch die weitverbreitete Meinung, dass Homöopathie nichts anderes als Quacksalberei ist. Allerdings berichteten immer mehr Patienten von Erfolgen bei der Behandlung mit alternativen Therapien, und dass nur die Homöopathie Abhilfe bei bestimmten Leiden schaffte. Doch wie wirksam und bei welchen Beschwerden helfen welche homöopathische Mittel im Alter und bei einer Pflegebedürftigkeit?

 

Homöopathie im Alter

Mit der Forschung an der Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln beschäftigte sich auch die Geriatrie, die Altersmedizin also. Das Besondere der Geriatrie ist, dass der Körper als Ganzes betrachtet werden muss, da im Alter und besonders bei einer Pflegebedürftigkeit oft mehrere Erkrankungen und Leiden gleichzeitig vorliegen. Von dem Prinzip des Körpers als Ganzem geht auch die Homöopathie aus, sodass schon viele alternative Behandlungsmethoden speziell für ältere Menschen gefunden wurden. Besonders bei chronischen Erkrankungen kann eine homöopathische Behandlung Abhilfe schaffen, da der Körper gegen die herkömmliche Schulmedizin Resistenzen entwickeln kann und beziehungsweise bestimmte Medikamenten auf Dauer zu Organschäden führen könnten. Homöopathische Mittel sind zum größten Teil pflanzlich und aufgrund ihrer geringen Menge sehr gut verträglich. Ferner sind bisher auch keine Wechselwirkungen mit herkömmlichen Medikamenten bekannt, sodass die Behandlung mit homöopathischen Mitteln unbedenklich.

 

Alternative in der Pflegebedürftigkeit

In dem Pflegebereich ist die Homöopathie eher spärlich angekommen, obwohl auch hier mehr und mehr Pflegerinnen und Pfleger sich für die alternativen Medikamente interessieren und an spezifischen Workshops teilnehmen. Die Pflege eines Menschen bedeute nicht nur, dass seine Leiden gelindert werden und der Alltag sich nach seinen Einschränkungen richtet. Pflege heißt auch, dem Menschen ein würdevolles Leben zu geben und sie nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der geistigen und emotionalen Ebene zu begegnen.
Warum homöopathische Therapien besonders in der Pflege oft die besseren Behandlungen darstellen, zeigt eine genauere Betrachtung der häufigen Probleme, die bei einer Pflegebedürftigkeit auftreten. Besonders bei einer Pflegebedürftigkeit im Alter, sind bestimmte Organe und Körpervorgänge eingeschränkt. So kann die Herz-Kreislauf-Aktivität eingeschränkt sein, das Denkvermögen langsamer werden und bestimmten Reflexe nicht mehr gut funktionieren. Herkömmliche Medikamente helfen die Symptome zu beseitigen, um wieder ein würdevolles Leben haben zu können. Allerdings belasten diese Therapien oft andere Organe und beheben nicht immer ausreichend die Ursache. Eine homöopathische Anleitung für den Körper zur Selbsthilfe wird keine Wunder bewirken und einen blinden wieder sehend machen, allerdings ist diese Behandlungsmethode besonders im Alter oft eine gut vertragliche Alternative und Unterstützung bei den herkömmlichen Pflegemaßnahmen.

 

Demenz und Alzheimer
Grob kann gesagt werden, dass die Ursachen von Alzheimer und Demenz im Absterben der Gehirnzellen liegen, beziehungsweise bei Alzheimer in der Ablagerung von Eiweißen, sowie in dem Fehlen von Neurotransmitter, die die Befehle des Gehirns an die Nervenzellen weiterleiten. Das National Center for Homeopathy berichtete bereits im Jahr 2011 von einer erfolgreichen Behandlung von Alzheimer mithilfe der Homöopathie. Ein einfaches Präparat wirke gegen die Ablagerungen von Eiweißen, sodass weniger Gehirnzellen beschädigt werden und eine Behandlung mit komplexen Präparaten können die Gehirnleistungen bei Demenzpatienten im Allgemeinen bis zu einem gewissen Grad wiederherstellen. Die homöopathische Behandlung von Demenzerkrankungen habe nicht mehr Erfolg, als herkömmliche Therapien, allerdings wiese sie kaum Nebenwirkungen auf. Jedoch muss mit einer homöopathischen Behandlung im frühen Stadium begonnen werden.

Gelenke, Knochen und der Rücken

Knochen- und Gelenkschmerzen sind eine häufige Begleiterscheinung im Alter und bei Pflegepatienten. Nicht immer ist die Ursache eine Arthrose, sondern in manchen Fällen auch eine Folgeerscheinung der Pflegebedürftigkeit. So eignet sich bei Gicht Berberis, bei dauerhaften Gelenkschmerzen und Knochenentzündungen, sowie bei einer Arthritis hilft das Mineralsalz Calciumarsenit, aber auch Calcium carbonicum. Patienten, deren Knochen und Gelenke aufgrund von Rheuma schmerzt, sollten Causticum ausprobieren. Speziell für Gelenkentzündungen und Beschwerden im Rücken, wie Bandscheibenvorfälle empfehlen Homöopathen die Heilpflanze Teufelskralle. Allerdings sollte davon abgesehen werden die Pflanze direkt zu verwerten. Alle oben genannten Heilstoffe gibt es als Globuli, Tropfen oder in Tablettenform.

Herz und Kreislaufprobleme

Pflegebedürftige oder Patienten mit einer chronischen Erkrankung klagen oft über Kreislaufprobleme, die aufgrund der verschriebenen Medikamente, einer Immobilität oder wegen der Krankheit selbst auftreten können. Auch hier bietet die Homöopathie zahlreiche Präparate, die die Beschwerden lindern, beziehungsweise heilen können. Gegen Herzschmerzen hilft zum Beispiel Latrodectus mactans, das Gift der Schwarzen Witwe oder auch Kalmia, welches bei wetterfühligen Menschen gerne verwendet wird. Macht der Kreislaufhäufig schlapp, dann sollte man eher zu Haplopappus, der Christrose oder Tabacum, der Tabakpflanze, greifen. Als homöopathische Präparate wirken sie belebend ohne energieraubend zu sein. Bei einem schwachen Herz kann Myrtillocactus oder Kalium carbonicum verwendet werden.

 

Diabetes

Im Unterschied zum Diabetes Typ I, bei dem Antikörper die insulinproduzierenden Zellen zerstören, lässt sich Diabetes II, dessen Ursache in einer Wirkungslosigkeit des Insulins liegt auch gut mit einer homöopathischen Therapie behandeln. Die Salze Cobaltnitrat und Kaliumsulfat wirken bei Diabetes Typ II, in dem sie die Funktion des Insulins Verbessern, beziehungsweise den Stoffwechsel positiv beeinflussen, damit der Zucker von den Zellen aufgenommen werden kann und nicht dauerhaft im Blut verbleibt. Zu den homöopathischen Heilpflanzen, die bei Diabetes helfen sind der Schneeflockenbaum und der Gelbhanf. Auch bei Diabetes Typ I ist eine homöopathische Behandlung möglich. Allerdings muss zuerst die genaue Ursache für Diabetes I festgestellt werden.

Alltägliche Leiden: Schlafprobleme, Appetitlosigkeit, Nervosität, Depressionen

Insbesondere kleinere Leiden, die im alltäglichen Leben häufiger Vorkommen und auch keine genauen Ursachen haben müssen, lassen sich gut mit der Homöopathie behandeln. Wichtig hierbei ist, dass der Körper als Ganzes betrachtet wird und nicht nur die Symptome: Liegen die Depressionen vielleicht an den Wechseljahren oder an einer Essstörung? Hängt eine Schlaflosigkeit mit Medikamenten zusammen und sind Schmerzen eine Ursache für wenig Appetit und Freude beim Essen? Je nachdem sollten die homöopathischen Präparate ausgewählt werden. Bei Einschlafstörungen wegen Sorgen und Kummer hilft Natrium chloratum, wer trotz Müdigkeit und Erschöpfung nicht einschlafen kann, sollte es mit Ambra versuchen. Stimmungsschwankungen sind gut mit Damiana zu behandeln, wenn diese jedoch von den Wechseljahren kommen, kann man Sepia versuchen. Bei depressiven Angstzuständen hilft Lycopodium und Cimicifuga. Wer unter Verdauungsproblemen leidet, kann Präparate aus Hydrastis canadensis oder der Brechnuss anwenden. Bei Appetitlosigkeit hilft Ignatia und Extrakte der Amerikanische Schwarzfichte.

 

Was beachtet werden muss

Wer sich für eine homöopathische Behandlung entscheidet, sollte unbedingt einen Homöopathen oder Heilpraktiker aufsuchen und sich auf gar keinen Fall selbst therapieren. Der Facharzt weiß, welcher Typ Mensch eine Person ist und kann aus den vielen Präparaten, die es für eine Erkrankung gibt, die richtige heraussuchen. Manchmal muss das Präparat jedoch auch ein oder zweimal gewechselt werden. Geduld und eine regelmäßige Einnahme sind besonders wichtig bei einer homöopathischen Behandlung.

 

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