Ihr Rentenanspruch bei häuslicher Pflege

Die Pflege eines Familienangehörigen kann dazu führen, dass Sie in Ihrem Beruf weniger Wochenstunden leisten können. Nach dem Pflegezeitgesetz ist Ihr Arbeitgeber dazu verpflichtet, Ihnen beispielsweise bei einer Langzeitpflege die Arbeit in Teilzeit zu ermöglichen. Wie sieht es in diesem Fall jedoch mit Ihrem Rentenanspruch aus?

Um pflegende Angehörige nicht zu benachteiligen, bezahlt die Pflege-/Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen die Rentenversicherungsbeiträge anteilig je nach Pflegezeit-Aufwand.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Sie erhalten für die Pflege Ihres Angehörigen kein Gehalt
  • Die Notwendigkeit der Pflege wurde vom Medizinischen Dienst oder von der Gesellschaft für medizinische Gutachten mbH festgestellt
  • Für den Pflegebedürftigen besteht Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung
  • Sie haben Ihren Wohnsitz in Deutschland, in der EU oder in der Schweiz
  • Der Zeitaufwand für die Pflege beträgt mindestens 14 Stunden in der Woche über einen Mindestzeitraum von 2 Monaten innerhalb eines Kalenderjahres

Ihre Krankenkasse, die Pflegekasse oder Ihr Rentenversicherungsträger hält einen Fragebogen für Sie bereit, den Sie ausfüllen und zur Prüfung bei der Pflegekasse einreichen müssen.

Mit welchem Beitrag können Sie rechnen?

Die Beiträge der Pflege-/Krankenkasse errechnen sich aus Ihrem zeitlichen Aufwand für die häusliche Pflege. Des Weiteren sind sie von der Pflegestufe abhängig. Dafür wird ein Verdienst von ungefähr 700 bis 2100 Euro zugrunde gelegt.

Beispiele: In der Pflegestufe 1 bedeutet das bei einem zeitlichen Aufwand von 14 Wochenstunden einen Beitrag in Höhe von 6,94 Euro (Ost 6,10 Euro). Bei gleichem Zeitaufwand sind das in der Pflegestufe 2 derzeit 9,26 Euro (Ost 8,13 Euro) sowie in Pflegestufe 3 10,42 Euro (Ost 9,15 Euro).

Pflegen Sie Ihren Angehörigen mit Pflegestufe 3 rund 28 Stunden in der Woche, beläuft sich der Beitrag auf 20,83 Euro (Ost 18,30 Euro).

Die Pflegezeit gilt als Beitragszeit und wird auf die sogenannte Wartezeit angerechnet. Das ist sehr wichtig für Sie, da für die Auszahlung einer gesetzlichen Rente eine Mindestversicherungszeit gilt.

Wichtig: Diese Beiträge stehen Ihnen zu – unabhängig davon, ob Sie vor Aufnahme der häuslichen Pflege berufstätig waren oder nicht.

Weitere Auskünfte erhalten Sie in den Beratungsstellen der Krankenkassen, der Pflegekasse oder der Ihres Rentenversicherungsträgers.
 

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