In Würde sterben

In Würde sterben

Die Beschäftigung mit dem Sterben ist ein Thema, das eher selten in der Gesellschaft aufgegriffen wird, doch jedes Leben endet mit dem Tod. Nicht immer können sich Menschen aussuchen, wie sie sterben, allerdings können sie auf ein würdevolles Leben bis zum Schluss bestehen. Mit einem würdevollen Lebensende und einer Lebensqualität bis zum Schluss beschäftigt sich die Palliativpflege. Wichtig ist, dass es sich bei der Palliativpflege nicht um eine Sterbehilfe, sondern lediglich um eine Sterbebegleitung handelt.

 

Die Grundidee der Palliativpflege

Das besondere an der Palliativpflege ist, dass diese sich nicht an den notwendigen Maßnahmen orientiert, die ein Pflegebedürftiger braucht um länger zu leben, sondern sich fast ausschließlich auf die Bedürfnisse des Patienten konzentriert. Die persönlichen Wünsche und das allgemeine Wohlbefinden des Patienten stehen dabei zentral im Mittelpunkt. Wenn der Patient keine Pflegeleistungen wünscht, die sein Leben verlängern würden, dann richtet sich die Palliativpflege danach und erbringt nur „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“. Im Kern geht es um die Lebensqualität und –würde und nicht um die Gesundheitsförderung, wobei Palliativpflege niemals als Sterbehilfe aufgefasst werden darf. So werden zum Beispiel die Schmerzen des Patienten kontrolliert und gestoppt, es werden jedoch keine umfangreichen Operationen durchgeführt, deren Ausgang ungewiss wäre, wenn der Patient diese ablehnt. Die Wünsche des Patienten stehen im Mittelpunkt. Die Palliativpflege ist eine Vollzeitpflege, an der sowohl Ärzte, als auch Pflegekräfte, Psychologen, Heilpraktiker und natürlich die Angehörigen teilnehmen können. Allerdings muss diese Form der Pflege nicht unbedingt von Fachkräften übernommen werden. Es gibt keine Mustervorlage, wie eine Palliativpflege aussehen könnte, da jeder Mensch seine eigenen Bedürfnisse hat und ein Patient mit Demenz andere Wünsche äußern wird, als ein Kind mit einer schweren Krankheit.

 

Bereiche der Palliativpflege

Palliativpflege kann auf verschiedenen Gebieten stattfinden und somit je nach Patient und Krankheitsgeschichte, unterschiedliche medizinische Bereiche betreffen. In den meisten Fällen ist das Palliativkonzept jedoch eine Mischung aus mehreren Bereichen, die zusammen wirken, da der Mensch als Ganzes verstanden wird. Die folgenden Pflegebereiche sind jedoch immer in der Palliativpflege enthalten.

 

Soziale Pflege

Diese Dimension ist besonders für den Patienten ein wichtiger Bereich, da hier die Bewältigung von ungelösten Konflikten, der Umgang mit den sozialen Kontakten, die Pflege von Freundschaften, das Abschiednehmen und auch das Ausführen von noch unerledigten Dingen eine Rolle spielen. In diesem Bereich haben die engsten Vertrauten eine Schlüsselfunktion.

 

 

Körperliche Pflege

Die körperliche Pflege konzentriert sich vordergründig auf die Linderung von Schmerzen und die Behebung von Beschwerden, wie Übelkeit oder Atemnot. Dazu werden mithilfe von medizinischen Untersuchungen die Beschwerden festgestellt und auf würdevolle Art gelindert. Allerdings wird auch dokumentiert, welche Maßnahmen am geeignetsten sind.

 

Psychologische Pflege

Die psychologische Unterstützung hilft den Menschen ihre Gefühle zu bewältigen und mit ihren Ängsten umzugehen. Depressionen und Hoffnungslosigkeit sind typisch für Menschen, die am Lebensende stehen. Die psychologische Pflege unterstützt die Patienten im Alltag und bei besonderem Gesprächsbedarf und hat somit eine sehr wertvolle Rolle hinsichtlich der Wahrnehmung als Mensch inne.

Spirituelle Pflege

Die spirituelle Pflege nimmt alle seelsorgerischen Bedürfnisse war, und kann, muss aber nicht, in einem religiösen Kontext stattfinden. Wer schwer krank ist beschäftigt sich häufig mit existenziellen Fragen über das Leben. Seelsorger sind dabei eine unterstützende Begleitung.

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