Inkontinenz – das Tabuthema

Ganz unabhängig von der Lebensphase leiden heute ca. 9 Millionen Menschen unter Inkontinenz. Ab einem Alter von 60 Jahren ist etwa jeder Vierte betroffen. Dabei ist meist eher die Blasen- als die Darmfunktion betroffen. Die Gründe für eine Inkontinenz sind sehr vielfältig. Neben altersbedingten Ursachen können u. a. Bindegewebsschwächen, Unfallfolgen, Operationsfolgen, Diabetes und vieles mehr für eine Inkontinenz verantwortlich sein.

Dennoch spricht man nur ungern oder gar nicht über das Problem – ein Tabuthema also, das sehr viele Menschen betrifft. Als pflegender Angehöriger sehen Sie sich womöglich damit konfrontiert, dass Ihr Familienmitglied diese Schwäche beim Arzt nicht ansprechen möchte und Sie die notwendigen Windelhöschen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Das kann sehr schnell sehr teuer werden.

Einmal-Windeln sind Hilfsmittel

Ab einer mittelgradigen Inkontinenz übernimmt die Krankenkasse bis auf einen etwaig anfallenden Zuzahlungsbetrag von maximal 10 Euro die Kosten für Einmal-Windeln. Mittelgradig bedeutet, dass der Betroffene in einem Zeitraum von 4 Stunden mindestens 100 – 200 ml Urin verliert.

Üblicherweise werden dem Patienten 4 bis 5 Windeln pro Tag zugestanden. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Sie bei nachweislich höherem Bedarf ebenfalls ein gesetzliches Anrecht auf Kostenerstattung haben! Den Nachweis darüber können Sie sich vom Arzt oder Pflegedienst bescheinigen lassen.

In der häuslichen Pflege besteht zudem ein Anspruch auf kostenlose Hilfsmittel, wenn für den Patienten eine Pflegestufe anerkannt wurde.

Welche Produkte dürfen Sie kaufen?

Das Produktangebot ist sehr groß. Welche Marken und unterschiedlichen Qualitäten von den Krankenkassen bezahlt werden, können Sie dem Hilfsmittelkatalog entnehmen.

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass die Kassen keine hochwertigen Inkontinenzmittel bezahlen und die Lieferanten für solche einen Qualitätszuschlag verlangen dürfen. Das ist definitiv falsch. Sollte das von Ihnen verlangt werden, reichen Sie unbedingt Beschwerde bei der Krankenkasse ein und erkundigen Sie sich nach einem anderen Lieferanten, der die gesetzlichen Konditionen einhält.

Behandlungsmöglichkeiten

Nicht jede Form von Inkontinenz ist unheilbar! Abhängig von der Ursache gibt es vielfältige Therapiemöglichkeiten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Angehörigen darin ermutigen, die genaue Ursache feststellen zu lassen. Von medikamentöser Behandlung bis hin zu Operationen stehen durchaus therapeutische Maßnahmen für eine Heilung oder zumindest Verbesserung der Situation zur Verfügung.
 

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