Kind mit Behinderung

Kind mit Behinderung

Autismus bei Kindern – wie gehe ich damit um?

 

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, meistens erst im Alter von 3 bis 6 Jahren festgestellt wird. Meistens verhalten sich die Kinder auffällig anders, als ihre Altersgenossen, weshalb Eltern den Verdacht auf Autismus hegen. Autistischen Kindern fehlt es oft an Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit, sie erkennen die Bedürfnisse ihrer Mitspieler schwer allein, was oft zu Konflikten unter den Spielgenossen führen kann. Darüber hinaus besitzen sie ein ungewöhnliches Spielverhalten, was sie schnell zu Außenseitern macht. Besonders in der sprachlichen Entwicklung fällt den meisten Eltern auf, dass ihr Kind sich anders entwickelt. Typisch sind dabei eine monotone Sprache, wenig Bezug zu den Wörtern und eine geringe Kommunikation ohne Mimik und Gestik, die jedoch auch vom Gesprächspartner nicht verstanden werden.
Aus diesem Grund ist es oft schwieriger autistische Kinder zu erziehen und ihnen gesellschaftliche Werte mitzugeben. Doch mit Geduld und Einfühlungsvermögen, lernen auch autistische Kinder sich in der Gesellschaft zu Recht zu finden.

 

Sprache und Kommunikation

Das Gehirn von autistischen Menschen denkt anders, als bei „normalen“ Menschen. Aus diesem Grund ist es wichtig, so einfach wie möglich mit dem Kind zu kommunizieren. Verwenden Sie deshalb eine einfache Sprache und achten sie auch eine einfache und verständliche Wortwahl ohne Mehrdeutigkeiten. Anstelle von „Wenn du jetzt nicht zuhörst, dann fällt das Sandmännchen heute ins Wasser und du gehst gleich ins Bett“, sagen Sie lieber „Höre zu oder es gibt kein Sandmännchen!“. Loben Sie Ihr Kind jedoch auch, wenn es etwas richtig verstanden und umgesetzt hat. Verwenden Sie wiederholende Redewendungen, wenn sich das Kind verschiedene Dinge einprägen soll. Die Sätze sollten immer mit der gleichen Phrase anfangen, damit das Kind bereits weiß, dass es nun etwas zum Merken gibt. Zudem hilft es oft mit Bildern zu arbeiten, wenn Sie das Gefühl haben, dass die normale Sprache gerade zu viel ist und die Sinne überreizt sind.

Struktur im Alltag

Viele Autisten brauchen eine feste Struktur, damit sie sich im Alltag gut zurechtfinden können. Ziehen Sie Ihr Kind zum Beispiel immer in der gleichen Reihenfolge an und aus, steigen Sie immer in der gleichen Tür beim Bus ein und haben Sie feste Essens-, Spiel- und Schlafzeiten. Eine hilfreiche Idee ist es, einen Tagesplaner anzufertigen und mithilfe von Bildern und einfachen Wörtern den Tagesablauf gut zu strukturieren. Lassen Sie dann das Kind jede erfolgreich absolvierte Aufgabe abstreichen und die nächste nennen. So lernt es Struktur und Ordnung in seinem Alltag zu bekommen, sodass daraus Routine und Gewohnheiten werden. Geben Sie Ihrem Kind jedoch auch Wahlmöglichkeiten (die blaue oder die gelbe Hose?) und helfen Sie, wenn es Entscheidungsschwierigkeiten hat (heute regnet es, eine helle Hose würde schnell schmutzig werden, nehmen wir die blaue). Später wird es unabhängiger entscheiden können.

Alles eine Frage der Zeit

Autistische Menschen nehmen die Welt ganz anders wahr, als wir. Aus diesem Grund brauchen sie viel länger, um Dinge zu erlernen, zu verarbeiten und zu verstehen, als andere Kinder. Nehmen Sie sich viel Zeit mit Ihrem Kind. Unterstützen Sie es beim Lernen, in dem Sie einfache Bilder und Regelmäßigkeiten einsetzen. Ein strukturierter Alltag mit festen Abläufen hilft dem Kind am meisten, deshalb sollte, auch wenn es mal schnell gehen muss, nicht von Gewohnheiten abgewichen werden.

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