Kostenerstattung für Krankenfahrten – Hinweise und Tipps

Viele pflegende Angehörige übernehmen die Kosten für Fahrten zum Arzt, zur Dialyse oder zum Zahnarzt selbst. In gewissen Ausnahmefällen können Sie sich jedoch die Kosten erstatten lassen – auch wenn Sie dafür ein Taxi oder einen Krankenfahrdienst nutzen. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie in dieser Kurzübersicht:

1. Die Verordnung vom Hausarzt

Wenn ein Besuch bei einem Facharzt oder in einer Klinik ansteht, benötigen Sie vorab die ärztliche Verordnung, ausgestellt durch den behandelnden Arzt /Hausarzt. Darin wird die medizinische Notwendigkeit des Besuchs bestätigt. Dies gilt ausschließlich im Falle von Kassenleistungen. Die Fahrtkosten beispielsweise zum Besuch eines Heilpraktikers werden nicht erstattet.

2. Die Genehmigung der Krankenkasse

Reichen Sie diese ärztliche Verordnung anschließend bei der Krankenkasse ein. Erst wenn Sie die Genehmigung von der Kasse erhalten haben, kann Ihr Angehöriger die Fahrt antreten. Wichtig: Für bereits stattgefundene Fahrten erhalten Sie keine Kostenerstattung!

3. Quittungen und Bestätigungen

Der Fahrer des Taxis oder Krankenfahrdienstes trägt auf der Verordnung die Fahrtkosten ein. Er kann auch eine separate Quittung ausstellen. Der Arzt oder die Klinik sollten den Besuch ebenfalls quittieren sowie den Grund für den Behandlungstermin angeben. Diese Quittungen benötigen Sie zur anschließenden Abrechnung mit der Krankenkasse.

4. Zuzahlung

Nur wenn eine Zuzahlungsbefreiung besteht, trägt die Kasse die kompletten Fahrtkosten. Andernfalls werden 10 % der Fahrtkosten bzw. mindestens 5 Euro (höchstens aber 10 Euro) als Zuzahlung fällig.

5. Fahrtziel

Als Ziel muss die nächstgelegene Fachpraxis oder Klinik ausgewählt werden. Die Fahrtkostenerstattung für den Besuch einer weiter entfernten Praxis oder Klinik ist nur möglich, wenn der Hausarzt die zwingende medizinische Notwendigkeit dafür im Vorfeld bestätigt hat.

6. Steuerliche Abzugsfähigkeit

Sie können die Zuzahlungen für den Krankentransport, die nicht von der Krankenkasse getragen werden, steuerlich absetzen. Dasselbe gilt für Fahrten mit dem privaten PKW und eventuell anfallende Parkgebühren, die nicht von der Kasse erstattet werden. Heben Sie deshalb unbedingt alle Quittungen auf.

7. Gesetzliches Anrecht auf Kostenerstattung für bestimmte Patientengruppen

Grundsätzlich besteht ein Anrecht auf Fahrtkostenerstattung unter den folgenden Bedingungen:

  • für Patienten mit Pflegestufe II oder III
  • für außergewöhnlich gehbehinderte Patienten sowie für blinde oder stark hilfebedürftige Patienten
  • für Dialyse-Patienten
  • für Krebspatienten (Fahrten zur ambulanten Strahlen- oder Chemotherapie)

 

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