Literatur im Altenheim

Literatur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Sobald das Auge über Buchstaben wandert, setzt es diese im Gehirn zu Wörtern und Sätzen zusammen. Lesen macht einfach Spaß und regt dazu die geistige Aktivität an – in jedem Lebensalter. Leider kann es passieren, dass die Fähigkeit des Lesens im Alter mehr und mehr abnimmt. Eine weit verbreitete Krankheit, wie zum Beispiel der Graue Star, lässt die Augen schwächer werden. Darüber hinaus nimmt häufig die Konzentration ab. Glücklicherweise hat das Vorlesen auf die Zuhörer einen ähnlichen Effekt wie das Lesen selbst.

Lesepaten wecken Erinnerungen

Das Vorlesen erinnert an Zeiten, an denen die Kinder an den Lippen ihrer Eltern hingen und voll Spannung das Ende einer Geschichte erwartet haben. Auch in der Pflege und der Betreuung von Senioren sorgt es für Unterhaltung und verbessert die Lebensqualität. Doch für das Vorlesen sind Senioren oder auch Pflegebedürftige auf fremde Hilfe angewiesen. Oftmals ist es für die Fachkräfte schwierig, für diese Aufgabe noch zusätzliche Zeit einzuplanen. Doch immer öfter begegnet man in Pflege- oder Altenheimen sogenannten ehrenamtichen Lesepaten. Für die pflegebedürftigen Menschen bringt der Besuch eines Lesepaten eine Abwechslung in den Heimalltag. Wenn die Ehrenamtlichen zum Beispiel aus Zeitschriften oder Zeitungen vorlesen, erfahren die Bewohner, was in der Welt vor sich geht.

Die Literatur mit Bedacht auswählen

Doch nicht immer ist eine Illustrierte oder eine Tageszeitung die richtige Wahl. Viel wichtiger ist, dass sich der Lesestoff der persönlichen Lebenssituation des Pflegebedürftigen anpasst. Die Literatur sollte sowohl den geistigen Fähigkeiten als auch den individuellen Interessen entsprechen. Heutzutage gibt bereits ein spezialisiertes Literaturangebot. Besonders bei Demenzkranken sind die Texte mit Bedacht auszuwählen, denn lange Texte überfordern die Betroffenen oftmals. Bei Menschen, die unter der Krankheit leiden, ist die Konzentrationsspanne häufig sehr gering und auch die Merkfähigkeit ist stark eingeschränkt. Sie vergessen manchmal sogar, wie eine Geschichte angefangen hat. Daher eignen sich vor allem Kurzgeschichten, die nicht länger sind als eine DIN A4 Seite. Zudem ist es ratsam, dass sich die Texte durch einen einfachen Satzbau auszeichnen.

Tipps beim Vorlesen

Wenn ein Lesepate, Angehöriger oder eine Pflegekraft den Text zum allerersten Mal vorliest, sollte auf die Reaktion der Zuhörer geachtet werden. Wenn der Zuhörer positive Emotionen zeigt, kann die Geschichte oder das Buch in das Repertoire aufgenommen werden. Die Aufmerksamkeit der Pflegebedürftigen hängt natürlich auch vom Vorlesestil ab. Wer auf die Betonung achtet und zudem Kontakt zu den Zuhörern aufnimmt, schafft es sicherlich, das Publikum zu begeistern und Erinnerungen zu wecken. Es ist auch erlaubt, dem Zuhörer aktivierende Fragen zu stellen, wie z.B. „Haben Sie schon einmal eine ähnliche Situation erlebt?“ Wenn die Senioren die Texte positiv aufgenommen und verstanden haben, sollte daran in einem persönlichen Gespräch angeknüpft werden.

 

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