Medikamentenmissbrauch und Drogen im Alter

Medikamentenmissbrauch und Drogen im Alter: Der Konsum von Drogen wird meisten eher jungen Menschen zugeschrieben: Sei es nun Gruppenzwang oder der Wunsch nach der Erfahrung einer Droge, immer mehr jungen Menschen werden abhängig. Rund 23 Prozent der Männer und Frauen über 65 Jahren sind alkoholanhängig. Doch neben den jungen Leuten sind auch Senioren suchgefährdet und machen einen großen Anteil in der Suchtstatistik aus. Nicht nur Alkohol, sondern vor allem Medikamente und neuerdings auch chemische Drogen werden von Senioren missbraucht, um gegen die Beschwerden des Altwerdens anzukämpfen.

 

Das Alter als Ursache

Mit dem Alter kommen die Beschwerden: Alles klappt nicht mehr so einfach wie früher, die Mobilität ist eingeschränkt, die Schmerzen nehmen zu, der Kopf lässt nach und man erholt sich langsamer von Krankheiten als früher. Für viele Senioren ist dies eine Einschränkung in ihre Selbstständigkeit, die sie psychisch mehr belastet, als Familienangehörige zunächst denken. Wenn sie zudem auch noch betreut oder in einem Mehrgenerationenhaus wohnen, haben sie meistens noch nicht einmal mehr die Verantwortung ihres eigenen Haushaltes in den Händen, was viele Senioren stört. Aus diesem Grund greifen viele Menschen zum Alkohol oder zu Drogen. Anfänglich gibt es ihnen das Gefühl der Entspannung und versetzt sie in dem Glauben, dass sie zufrieden mit ihrem Leben sind. Doch die Sucht entwickelt sich schnell.

Eine weitere Ursache insbesondere für die Medikamentenabhängigkeit ist, dass viele ältere Menschen sich über den Anweisungen ihres Arztes hinwegsetzen und besonders Schlaf- und Schmerzmittel länger als notwendig einnehmen. Irgendwann belastet dies die inneren Organe wie Leber oder Niere oder es kommen psychische Störungen hinzu.

Daneben fällt es vielen Menschen schwer sich nach dem Ruhestand eine neue Beschäftigung in Forms eines Hobbys zu suchen, sodass sie unterwegs sind, einen Sinn im Leben haben und abends auch einschlafen können, weil der Körper bewegt wurde.

 

Die Folgen der Sucht

Der Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten ist für den gealterten Körper noch schlimmer als für den jungen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich nicht nur der Stoffwechsel, sondern die Organe verkraften auch weniger an Giften, zu welchen Alkohol, chemische Drogen und Medikamente schnell werden. So sind bereits 0,25 Liter Bier und 0,1 Liter Wein am Tag zu viel einen Menschen über 65 Jahren. Aufgrund der höheren Empfindlichkeit der Organe kommt es schneller zu Leberzirrhosen und Hirnschäden als bei jungen Menschen.
Ältere Menschen haben jedoch einen Vorteil: Sie kommen schneller und leichter von der Sucht weg, als junge. Dies liegt unter anderem daran, dass die Ursachen leichter zu bekämpfen sind. Eine richtige Physiotherapie kann Schmerzen lindern, ein neues Hobby und viel Gesellschaft schützen vor Einsamkeit und dem Griff zur Flasche und Schlafstörungen lassen sich mit viel Bewegung und einer gesünderen Ernährung beheben.

 

Helfen und Selbsthilfe

Eine Sucht wird von den Angehörigen meisten spät erkannt oder ignoriert. Dies liegt zum Teil daran, dass sie aus Respektgründen wenig Einfluss auf das Verhalten des älteren Menschen haben. Sollte jedoch eine Sucht erkannt werden, muss schnell Hilfe her, um schlimme Folgeschäden frühestmöglich zu verhindern. Mittlerweile gibt es viele Selbsthilfegruppen für Senioren mit Suchten, die neben Beratungen und Erfahrungsaustausche auch Perspektiven bieten, wie Freizeitgestaltungen und Alternativen zu der Einnahme der Drogen. Allerdings kann auch schon die Unterstützung der Familie viel bewirken.

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