Gesundheit

Neue Regelungen für Pflegende seit 1. Januar 2015

Neue Regelungen für Pflegende seit 1. Januar 2015

Seit dem 1. Januar 2015 gibt es neue und vorteilhafte gesetzliche Regelungen für pflegende Angehörige. In diesem Beitrag zeigen wir die relevanten Neuerungen im Überblick.

Freistellung für maximal 10 Arbeitstage

In einer neu eingetretenen Pflegesituation brauchen Sie vor allem Zeit, um die Situation zu überblicken und den Alltag zu organisieren. Sie haben das Recht, in dieser Lebenslage ohne Vorankündigung für 10 Arbeitstage Ihrem Arbeitsplatz fernzubleiben. In dieser Zeit erhalten Sie als Lohnersatzleistung das so genannte Pflegeunterstützungsgeld, das Sie bei der Pflegeversicherung beantragen müssen.

Beachten Sie: Die Betonung liegt auf „Pflege“ – ein akuter Krankheitsfall fällt nicht unter diese Regelung. Vielmehr muss die Situation voraussichtlich eine Einstufung in eine Pflegestufe nach sich ziehen.

Vollständige oder teilweise Freistellung für maximal 6 Monate

Pflegen Sie zuhause einen nahen Angehörigen, haben Sie ein Anrecht darauf, sich bis zu einem halben Jahr aus dem Berufsleben zurückzuziehen – vorausgesetzt, Ihr Arbeitgeber hat mindestens 16 Beschäftigte. Seit dem 1. Januar 2015 haben Sie für diesen Zeitraum außerdem das Recht auf ein zinsloses Darlehen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Nach Ablauf der sechs Monate müssen Sie es (in Raten) zurückzahlen. In besonderen Härtefällen können Sie einen Antrag auf Stundung des Darlehens bei der BAFzA stellen, gegebenenfalls sogar einen teilweisen Erlass der Schulden erreichen.

Reduktion der Arbeitszeit für maximal 24 Monate

Besteht eine längerdauernde Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen und hat Ihr Arbeitgeber mindestens 26 Beschäftigte, dürfen Sie sich bis zu 24 Monate teilweise freistellen lassen: Die Arbeitszeit kann auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduziert werden, um die häusliche Pflege des Angehörigen zu ermöglichen. Diese Mindestarbeitszeit kann blockweise geleistet werden, das heißt, dass sie stets komplett auf die 24 Monate umgerechnet wird. Es ist also möglich, für einen gewissen Zeitraum ganz auszusetzen, wenn die Pflege des nahen Angehörigen dies erforderlich macht.

Auch hier besteht seit dem 1. Januar 2015 Anspruch auf ein zinsloses Darlehen; Details entnehmen Sie bitte dem vorigen Abschnitt.

Freistellung für maximal 3 Monate zur Begleitung des letzten Lebensabschnitts

Egal, ob sich Ihr Angehöriger in seiner letzten Lebensphase zuhause oder im Hospiz befindet – Sie können sich für bis zu drei Monate vollständig oder teilweise freistellen lassen, um ihn dabei zu begleiten. Auch hier gilt der Anspruch auf das erläuterte zinslose Darlehen.

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