Parkinson im Alter

Parkinson – Kontrollverlust der Bewegungen

Morbus Parkinson ist neben Demenz eine der häufigsten Krankheiten, an die Menschen zwischen 50 und 75 erkranken. Wie bei nahezu allen altersspezifischen Krankheiten, beginnt auch diese langsam und schleichend und wird unbehandelt schnell schlimmer. Der britische Arzt James Parkinson, nach dem die Krankheit benannt wurde, untersuchte zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Krankheit zum ersten Mal genauer und charakterisierte in seiner Abhandlung „Über die Schüttellähmung“ die typischen Anzeichen von zitternden Gliedmaßen und versteiften Muskeln. Bisher gibt es noch keine Heilungs-, sondern nur Behandlungsmöglichkeiten, die ein Leben mit Parkinson ermöglichen. Genaueres über Ursachen und Behandlung der Krankheit erfahren Sie im folgenden Artikel.

 

Die Ursachen von Parkinson

Trotz laufenden Forschungen, sind bisher nicht die auslösenden Ursachen von Parkinson gefunden worden. Wissenschaftler vermuten, dass nicht nur eine, sondern verschiedene Umstände zum Ausbruch von Parkinson führen können.

Parkinson ist eine Erkrankung im zentralen Nervensystem und steht im engen Zusammenhang mit dem Botenstoff Dopamin, der, zusammen mit anderen Botenstoffen, an der Steuerung von Bewegungen im Nervensystem beteiligt ist. Die Nervenzellen kommunizieren über Synapsen (Schaltstellen) und über chemische Botenstoffe, wie Dopamin, die eine gewisse Reaktion hervorrufen möchten. Dopamin wird von speziellen Nervenzellen produziert, die in dem Teil des Gehirns liegen, das sich die schwarze Substanz nennt. Aufgrund von noch ungeklärten Ursachen, sterben nun diese Nervenzellen ab, wodurch folglich weniger Dopamin hergestellt wird. Neben Dopamin, sind auch andere Botenstoffe an der Bewegungsbildung beteiligt. Diese stehen in einem abgestimmten Gleichgewicht, damit die Nervenzellen die richtigen Befehle an Organe weitergeben. Ist nun die Konzentration von Dopamin aufgrund des Absterbens der produzierenden Nervenzellen geringer, verändert sich das Gleichgewicht der Bewegungsbotenstoffe. Wenn ungefähr 50 bis 60 Prozent der Zellen abgestorben sind, ist das Dopaminlevel so gering, dass es sich auf die Bewegungen auswirkt. Neben Dopamin vermuten Forscher auch, dass der Mangel an anderen Botenstoffen wie Serotonin oder Noradrenalin die Krankheit negativ beeinflussen kann.

In circa 80 Prozent der Fälle bricht die Krankheit ohne erkennbare Gründe aus, in einigen Fällen kann Parkinson auch vererbt werden. Zudem gehen Ärzte und Wissenschaftler davon aus, dass eine Belastung von Pestiziden und Schwermetallen zum Absterben von Nervenzellen führen können und damit Parkinson auslösen.

 

Typische Symptome

Die häufigsten Symptome sind Zittern, Muskelversteifungen, Störungen der Halte- und Stellreflexe und eine Verlangsamung der Bewegungen. Je nach Fortschreiten der Krankheit sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt und es können weitere Begleitsymptome auftreten.

Anfängliche Symptome

Wie bei den meisten Krankheiten, sind die ersten Symptome von Parkinson unspezifisch und erst das gleichzeitig und dauerhaft Auftreten mehrere Symptome lässt auf Parkinson schließen. Am Anfang sind Beschwerden wie Depressionen, stark Schulter- und Nackenschmerzen, Veränderungen der Handschrift, Bewegungseinschränkungen im Alltag (zum Beispiel beim Zähneputzen), Schweißausbrüche, Veränderungen der Sprache und der Mimik und Haltungsstörungen typisch. Treten mehrere dieser Symptome, besonders der motorischen Einschränkungen, gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum auf, sollte schnell ein Facharzt aufgesucht werden, damit eine Diagnose gestellt und die Krankheit rechtzeitig behandelt werden kann.

 

Zittern

Das Zittern, auch Tremor genannte, beginnt langsam und verschlimmert sich stetig. Zunächst Zittern nur die Hände und nur im Ruhezustand, dabei kann es auch zu Aneinanderreibungen der Finger kommen. Später weitet sich das Zittern auch die Füße aus und auch bei aktiven Bewegungen. Im Schlaf verschwindet das Zittern komplett.

 

Muskelversteifungen

Die Muskelversteifungen sind nicht mit Lähmungserscheinungen zu verwechseln. Im Unterschied zu Lähmungen, können die Gliedmaßen bewegt werden, jedoch sind Bewegungen abgehackt und nicht fließend. Aus diesem Grund spricht man in Fachkreisen auch vom „Zahnradphänomen“, da die stockenden Bewegungen an einem Zahnrad erinnern. Muskelversteifungen beginnen meistens einseitig im Nacken-Schulter-Bereich und werden zunächst für Verspannungen gehalten.

 

Störungen der Bewegungsreflexe

Reflexe sind Teil des Bewegungs- und Balancesystems und werden durch einen spezifischen Reiz des Nervensystems ausgelöst. Sind nun Störungen im Nervensystem vorhanden, wirkt sich das auch auf die Reflexe aus. Bei Parkinsonpatienten sind besonders die Halte- und Stellreflexe betroffen, die bei einem gesunden Menschen für ausbalancierte Bewegungsabläufe sorgen. Somit wirken Parkinson-Erkrankte meist unsicher und es kann zu Stürzen bei der Ausführung von Bewegungen kommen.

 

Verlangsamung der Bewegungen

Ein weiteres typisches Symptom der Parkinson-Erkrankung sind verlangsamte Bewegungen. Normale Handlungen wie Aufstehen, Drehen oder Gehen können nur noch langsam ausgeführt werden und spontane motorische Reaktionen entfallen ganz. Die Haltung ist gebeugt, die Schritte werden kürzer und tippeliger und Richtungsänderungen bereiten Schwierigkeiten. Ferner nehmen auch Gesten und Mimik ab und das Gesicht des Patienten wirkt maskenhaft. Hinzukommen eine verlangsamte und monotone Sprache, Schwierigkeiten beim Schlucken und bei feinmotorischen Bewegungen.

 

Begleitende Symptome

Mit fortlaufender Krankheit treten Begleitsymptome auf, die aufgrund der Krankheit entstehen. Zu ihnen zählen Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen, aber auch Geruchs- und Geschmacksstörungen, eine Probleme mit der Kontinenz und auch Demenz. Auch wenn die Parkinsonkrankheit medikamentös gut eingestellt ist, bleiben die Begleitsymptome nicht aus und müssen extra behandelt werden.

 

Therapiemöglichkeiten von Parkinson

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Parkinson ist nicht heilbar, allerdings sind mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten entwickelt worden, die ein langes Leben mit Parkinson ermöglichen. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den abnehmenden Dopaminspiegel zu ergänzen, sodass im zentralen Nervensystem ein Gleichgewicht der Botenstoffe herrscht. Dabei werden zwei Medikamentengruppen unterschieden: Levodopa und Dopaminagonisten. Bei der ersten Gruppe handelt es sich um Medikamente, die eine Vorstufe des Dopamins sind und wie Dopamin im Nervensystem wirkt. Es hilft besonders gegen Muskelversteifungen und gegen das Zittern. Allerdings können nach einer Weile der Behandlung unberechenbare Bewegungen auftreten. Die Gruppe der Dopaminagonisten verstärken die Wirkung des vorhandenen Dopamins und verhindern Schwankungen des Wirkstoffspiegels. Neuere Medikamente müssen nur noch einmal am Tag eingenommen werden oder sind als Pflaster für die haut erhältlich, sodass der Wirkstoff über die Haut ins Blut und dann zum Nervensystem gelangt.

Daneben gibt es noch weitere Medikamente, die speziell auf die Beschwerden des Patienten eingehen, so sind diese auf das Zittern, die Muskelversteifung oder die Reflexe spezialisiert. Oft wird eine Kombination mehrerer Medikamente als Therapie angewendet.

 

Operativer Eingriff

Neben Medikamenten besteht auch die Möglichkeit einen operativen Eingriff am Gehirn vorzunehmen. Dabei werden Elektronen in bestimmten Hirnregionen gepflanzt, die durch gezielte Reizungen Beschwerden lindern.

Ein operativer Eingriff wird meistens erst angewandt, wenn eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht. Zudem birgt eine OP am Gehirn immer Risiken.

 

Physiotherapeutische Maßnahmen

Um der Muskelversteifung und dem Zittern entgegenzuwirken und um die Beweglichkeit lange zu erhalten, müssen unbedingt physiotherapeutische Maßnahmen in die Behandlung aufgenommen werden. Dabei stehen Dehn-, Kraft- und Balancetraining genauso im Zentrum wie Entspannungsübungen. Zusätzlich hilft eine logopädische Behandlung gegen Sprach- und Schluckstörungen und die Ergotherapie bei der Bewältigung des Alltages.

 

 

Weitere Tipps für Parkinson-Erkrankte

Menschen, die an Parkinson leiden, brauchen keine spezielle Diät zu halten. Allerdings ist eine gesunde und ausgeglichene Ernährung immer gesundheitsfördernd und kann viel zur Verlangsamung von Begleitsymptomen beitragen. Wer stark am Tremor leidet, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Kalorien achten.

Da bei Parkinson eine fortschreitende Krankheit ist, könnte es durchaus sein, dass der Parkinsonpatient irgendwann zum Pflegefall wird. Aus diesem Grund sollten sich Betroffene und Angehörige frühzeitig um Pflegemaßnahmen und Beratungen kümmern.

Es gibt mittlerweile viele Selbsthilfegruppen, in denen sich Parkinsonpatienten austauschen und Tipps für den Alltag geben. Auch eine psychologische Unterstützung kann Patienten und Angehörigen helfen, mit der Krankheit zu leben.

 

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