Schlafstörungen und Unruhe bei Demenz – was hilft?

Im Alter verändert sich vieles – auch die Schlafgewohnheiten. Wir werden früher müde, gehen somit früher ins Bett. Dafür sind wir häufig auch schon sehr früh am Morgen, wenn nicht gar mitten in der Nacht wieder wach. Wir kommen auch nicht mehr in die Tiefschlafphase wie früher. Eine Demenzerkrankung verstärkt diese Veränderungen zusätzlich. Schlafstörungen und Unruhe treten bei fast allen Demenz-Patienten auf. Je fortgeschrittener die Erkrankung und der Zerfall der Nervenzellen, desto mehr steigern sich Unruhephasen und Schlafstörungen. Pflegende Angehörige bringt das oft an den Rand ihrer Kräfte. Doch gibt es etwas, mit dem Sie Ihren Angehörigen unterstützen können?

Sechs Wege zu besserem Schlaf

Mit den folgenden Maßnahmen können Sie das Schlafverhalten Ihres Familienmitglieds positiv beeinflussen:

  1. Depressive Verstimmungen und Schmerzzustände erschweren einen erholsamen Schlaf. Eine effektive Behandlung solcher Nebenerkrankungen ist erforderlich.
  2. Halten Sie feste Rituale im Tagesverlauf ein. Das bedeutet, die Mahlzeiten sollten immer zur selben Zeit erfolgen, genauso wie andere Aktivitäten, sei es der Spaziergang, das Vorlesen usw.
  3. Durch vermehrte Tagesaktivitäten und maximal eine halbe Stunde Mittagsschlaf vermindert sich das Schlafbedürfnis am Tage.
  4. Aktivtäten an der frischen Luft und die damit verbundenen Außenreize verhindern den Tagschlaf und sorgen für eine ruhigere Nachtschlafphase.
  5. Unruhe lässt sich mit einer Tasse Kaffee dämpfen. Das Koffein fördert die Gehirndurchblutung und macht ältere Menschen vielfach ruhiger.
  6. Homöopathische oder Naturheilmittel mit schlaffördernder Wirkung können unter Umständen für einen entspannten Nachtschlaf sorgen. Ob und welches Mittel für Ihren Angehörigen geeignet ist, müssen Sie austesten. Lassen Sie sich dabei von einem erfahrenen Heilpraktiker beraten.

Sind klassische Medikamente sinnvoll?

Natürlich gibt es zahlreiche Präparate wie Neuroleptika, die Unruhe bekämpfen und den Schlaf nicht nur fördern, sondern sogar herbeiführen. Diese müssen gegebenenfalls vom behandelnden Arzt verschrieben werden. Demgegenüber stehen jedoch häufig auftretende Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Zittern, Blutdrucksenkung, Hemmung des Bewegungsablaufes und dergleichen mehr. Deshalb muss die Gabe solcher Medikamente gut überlegt sein.

Wie soll man das alles schaffen?

Als pflegender Angehöriger befinden Sie sich in der Regel in einer Doppel-, wenn nicht gar Dreifach-Belastung mit eigentlichem Familienleben samt Haushalt und Beruf. Scheuen Sie sich deshalb nicht, sich Hilfe zu suchen, zum Beispiel im Hinblick auf die regelmäßigen Aktivitäten. Hierfür stehen Ihnen qualifizierte und spezialisierte Einrichtungen im Rahmen der Tagespflege zur Verfügung.

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