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Haustiere für Pflegebedürftige: Der Hund ist der beste Freund des Menschen, heißt es im Volksmund. Doch auch andere Tiere bringen viele Freude und Leben in den Alltag von älteren oder pflegebedürftigen Menschen. Wer mit Tieren aufgewachsen ist und in seinem Leben immer mal wieder ein Haustier hatte, der möchte natürlich auch im Alter, beziehungsweise wenn die Gesundheit nachlässt, nicht auf sie verzichten. Braucht man auch nicht, eher im Gegenteil: Haustiere können viel zum Wohlbefinden des Erkrankten beitragen.

 

Gesundheitlicher Nutzen von Haustieren

Viele Studien haben schon etliche Male nachgewiesen, dass Tiere den Menschen gesund und fit halten und auch die sozialen Kompetenzen stärken. Wer sich um ein Tier kümmert, der hat das Gefühl gebraucht zu werden und zugleich eine Aufgabe im Leben. Viele alte Menschen fühlen sich häufig überflüssig und wissen nichts mit sich anzufangen, besonders wenn ihre Gesundheit ihnen viele Grenzen setzt. Sich um jemanden zu kümmern, macht glücklich, außerdem wird beim Streicheln von Tieren ein Hormon ausgeschüttet, dass ein Wohlfühlgefühl auslöst.
In anderen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Senioren, die sich um Tiere kümmern fitter sind, weniger an Depressionen leiden, seltener Schlafprobleme und Herz-Kreislauf-Krankheiten bekommen und aufgrund der Stärkung der sozialen Kompetenzen, dem Leben gegenüber positiver eingestellt sind.

 

Struktur im Alltag

Ein Haustier gibt Struktur im Alltag, da es regelmäßig gefüttert, sein Käfig gereinigt und bei einem Hund auch regelmäßig mit ihm raus gegangen werden muss. Strukturen helfen uns, unser Leben und damit unseren Alltag zu organisieren. Auch Pflegebedürftige haben ihre Freude und ihren Nutzen an Haustieren. Je nachdem welche Pflegestufe sie erreicht haben, können sie sich noch ganz oder zu mindestens teilweise um das Tier kümmern. Und selbst, wenn bereits das Kümmern um das eigene Leben sehr schwer fällt, ist ein Tier ein guter und vor allem treuer Freund bis zum Lebensende.
Hunde sind sehr geeignete Haustiere, wenn der Pflegebedürftige noch relativ selbstständig leben kann. Bei Gassi-gehen mit dem Hund kommt man nicht nur raus an die frische Luft, sondern bewegt sich täglich.

 

Hund, Katze, Maus – das richtige Tier

Die beliebtesten Haustiere der Deutschen sind Katzen, auf Platz zwei liegen Hunde und auf Platz drei Vögel. Ferner ist jeder vierte Herrchen oder jedes vierte Frauchen über sechzig. Doch welches Tier passt zu dem oder der Erkrankten? Wer viel zu Hause sein muss oder sogar eine Gehbehinderung vorweist, für den ist die Katze oder ein Vogel am geeignetsten, da ein Hund viel mehr Aufmerksamkeit und aus diesem Grund auch viel mehr Kraft braucht als die anderen beiden Tierarten. Generell sollte niemals ein ganz junges Tier, das noch keine Erziehung hat bei einem Pflegebedürftigen einziehen. Eine Person, die selber regelmäßig fremde Hilfe braucht, sollte mit einem Tier so wenig Arbeit wie möglich haben, weshalb junge und auch Tiere mit einer schwierigen Vergangenheit nicht in Frage kommen. Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte eine Rasse wählen, die als ruhig und ausgeglichen gilt. Da die Mobilität bei Pflegebedürftigen meist vermindert ist, sind verspielte Hunde oder jene, die viele Auslauf brauchen, keinen passenden Begleiter. Potenzielle Besitzer sollten sich vor dem Kauf des Tieres gründlich über Haltung und Pflege informieren, damit weder Tier noch Herrchen, beziehungsweise Frauchen am Ende enttäuscht ist.

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Wenn die geliebten Spaziergänge immer kürzer ausfallen oder der Weg vom Einkaufen nach Hause immer beschwerlicher wird, kann ein Elektromobil für eine deutlich verbesserte Lebensqualität sorgen. Die große Auswahl an unterschiedlich ausgestatteten Modellen und die ebenso große Preisspanne machen die Entscheidung allerdings nicht leicht. Wichtige Kriterien stellen zudem die individuellen Bedürfnisse des Nutzers sowie die Frage nach einer eventuell möglichen Bezuschussung oder gar Kostenübernahme dar.

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Bewegung ist in jedem Alter wichtig. Gymnastik ist ein regelrechter Jungbrunnen. Denn wer sich ein Leben lang fit hält, profitiert auch im hohen Alter davon. Bewegung stärkt die einzelnen Muskelgruppen und hilft dabei, lange beschwerdefrei und mobil zu bleiben.

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Pflegestufe und Verreisen? In diesem Beitrag wollen wir Ihnen die Möglichkeiten des Verreisens trotz Pflegestufe aufzeigen und wie sehr Sie davon profitieren können, einmal die eigenen vier Wände zu verlassen.

 

Pflegestufe und alles ist anders?

Wenn Menschen eine Pflegestufe erreicht haben, dann müssen sie ihr Leben komplett umkrempeln. Viele Hobbies und geliebte Traditionen müssen aufgegeben oder stark abgewandelt werden. Für viele Leute ist das eine große psychische Belastung, da besonders im Seniorenalter die meisten Menschen sich noch einmal ausprobiert und eine neue Leidenschaft oder eine neue Sportart entdeckt haben, die sie nun zum Teil nicht mehr ausüben können. Auf was Sie aber nicht verzichten müssen, wenn Sie oder Ihr Partner zum Pflegefall geworden sind, ist das Reisen. Mittlerweile gibt es so viele Reiseanbieter, die sich auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse von älteren Menschen angepasst haben, dass selbst mit einer höheren Pflegestufe ein Verreisen möglich ist.

 

Ab in die Ferne

Das fast wichtigste beim Reisen: Sie müssen sich überlegen wohin Sie wollen. Sind Sie eher der Bergtyp oder bevorzugen Sie das Meer? Wollen Sie auch eine Stadt erleben oder reicht Ihnen die entspannende Einsamkeit des Landes? Seien Sie bei Ihren Vorstellungen jedoch realistisch, denn wenn Sie Knieprobleme haben, fallen Wanderungen mit steilen Anstiegen weg, genauso wie tropische Auslandsreisen. Wenn Sie Pflegestufe II oder III erreicht haben und mehrmals am Tag jemanden brauchen, der Ihnen bei alltäglichen Dingen hilft, müssen Sie auch damit rechnen, dass der Reise ein wenig teuer wird und einige geliebte Orte in der Auswahl wegfallen können, weil es dort kein Hotel gibt, dass Pflegeurlaub anbietet. Es bietet sich immer an, in das nächste Reisebüro vorbeizuschauen oder bei der Krankenkasse nach einem Katalog für Pflegereisen oder Kuren zu fragen. Sie werden überrascht sein, wie viele schöne Orte und Unterkünfte sich genau auf Ihren Bedürfnissen spezialisiert haben.

 

 

Welche Art von Reise stell ich mir vor?

Wenn Sie wissen, wo Sie hinwollen, dann sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich Ihre Reise vorstellen. Wenn Sie einfach nur den Ort und die Umgebung genießen wollen, vormittags spazieren gehen und nachmittags viel lesen, jedoch keine speziellen Behandlungen brauchen oder möchten, dann reicht es, wenn Sie ein ganz normale Reise mit Ihren speziellen Pflegefeature machen. Möchten Sie jedoch auch Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun, ein paar spezielle Behandlungen mitnehmen oder an der eine oder anderen Physiotherapiestunde teilnehmen, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht mit Ihren Arzt und Ihrer Krankenkasse sprechen und eine Kur beantragen. Der Vorteil: Sie kriegen finanzielle Zuschüssen und einen auf Sie abgestimmtes Programm. Der Nachteil: Sie werden wahrscheinlich weniger Freizeit und Freiheiten bei den Ausflügen und Essenswünschen haben, als bei einer privaten Reise. Erholung ist jedoch bei beiden Varianten garantiert.

 

 

Alleine, zu zwei oder in der Gruppe

Wer bereits eine höhere Pflegestufe erreicht hat, der kann fast unmöglich alleine Reisen und muss entweder seinen Partner oder eine Pflegehilfe mitnehmen. Überlegen Sie sich jedoch gut, ob Sie nicht ein bisschen mehr Geld ausgeben und Ihrem Partner auch die Chance geben sich ein paar Tage Erholung zu gönnen, da das Pflegen einer Person schwere körperliche und psychische Arbeit ist. Ferner stellen auch viele Hotels, die Urlaube für Menschen mit Pflegeansprüchen anbieten, ihr eigenes Pflegepersonal zur Verfügung. Auch diese Pfleger und Schwestern sind voll ausgebildete und erfahrenen Helfer, die Ihnen Tag und Nacht zur Seite stehen.

 

Eine andere Möglichkeit wäre es in einer Gruppe zu verreisen. Immer mehr Stiftungen und Träger bieten Gruppenreisen für Menschen mit Pflegestufen an. Dabei kümmern sich die Reiseveranstalter um ein abwechslungsreiches Programm und eine spezielle Betreuung. Die Gruppen sind oft gemischt, sodass verschiedene Menschen mit verschiedenen Pflegestufen mitreisen können. Immer mehr Senioren bevorzugen Gruppenreisen, denn hier lernen Sie nicht nur Menschen mit ähnlichen oder gleichen Einschränkungen, sondern oft auch neue Freunde kennen.

 

 

Wie wohnen unterwegs?

Die Frage nach der Unterbringung beschäftigt viele Menschen fast am meisten. Doch seien Sie beruhigt, wenn Sie eine Reise gebucht haben, die sich speziell Ihren Bedürfnissen widmet, dann ist die Unterbringung auch ihren Ansprüchen gerecht und besitz speziell Betten mit Aufstehhilfen, Notrufknopf und Halterungen zur Geh- und Stützhilfe an den Wänden. Wer in einen Pflegeheim wohnt, sollte auch einmal bei der Zentrale nach Unterkünften des Trägers fragen. Viele Träger und Stiftungen besitzen bereits Ferienheime für Senioren an beliebten Urlaubsorten. Meistens sind es ganz normale Alten- oder Pflegeheime, die zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Heimen genutzt werden können. Dies ist meistens die kostengünstigste Wohngelegenheit für die Urlauber der Stiftung. Zudem ist für eine An- und Abreise gesorgt.

 

 

Transport

Nun bleibt die Frage, wie Sie am besten zu Ihrem Urlaubsort kommen. Wenn Sie mit einem Träger oder Ihrem Seniorenheim verreisen, dann ist für einen Transport oft gesorgt. Falls Sie sich jedoch für eine Kur oder eine private Reise entschieden haben, müssen Sie oft alleine zu dem Urlaubsort hinfahren. Am praktischsten ist es natürlich, wenn Sie der Partner oder ein Familienmitglied zum Reiseort bringt, beziehungsweise wieder abholt, da Sie sich nicht an bestimmten Abfahrtzeiten halten müssen, sondern ganz entspannt losfahren können. Viele Kurhotels und Pflegepensionen bieten jedoch auch einen Transportservice gegen ein kleines Entgelt an. Informieren Sie sich darüber am besten vor dem Antritt Ihrer Reise. Überlegen Sie sich auch, wie lange Sie unterwegs seien wollen oder können. Vielleicht lohnt es sich, einen Tag einen Zwischenstopp einzulegen und einen ganzen Tag Pause zu machen, damit die Strapazen der Reise nicht zu groß sind und auch Ihrer Begleitung weniger Stress hat.

 

 

Mögliche Freizeitgestaltung

Wie ein Pflegeurlaub aussehen könnte, hängt von dem Urlaubsort Ihrer Wünsche ab. Wer sich ein paar Tage Urlaub am Meer gönnt, der wird natürlich viel am Strand sein und maritime Ausflüge, wie Bootstrips, Besuche in Fischräuchereien oder Wattwanderungen mitmachen. In den Bergen werden Wanderungen oder Ausflüge zu bestimmten Tälern auf dem Plan stehen. Der Vorteil bei beiden Orten: Die Technik und die Angeboten haben sich mittlerweile so entwickelt, dass selbst Menschen mit der dritten Pflegestufe Seeluft schnuppern können und Menschen mit einer Gehbehinderung trotzdem auf die Spitze eines Berges gelangen.

 

Ansonsten achten die Anbieter und Träger auf viel Ruhe, Entspannung und Gruppendynamiken. Man kann sich eine Gruppenreise einer Stiftung fast wie eine Klassenfahrt zu Kinderzeiten vorstellen. Neben Kutschfahrten und Spielenachmittagen, stehen auch Lagerfeuerabende, Stadtausflüge und je nach Bedarf Spiel- und Sportübungen und Physiotherapien auf dem Programm. Dabei ist hat jeder Teilnehmer immer die Wahlfreiheit, an welcher Aktivität er oder sie teilnehmen möchte, beziehungsweise welche Behandlungen er wirklich braucht. Eine Vollverpflegung ist immer inklusive.

 

Reisen im Pflegefall ist also weniger schwer als gedacht. Meistens ist die Organisation ein wenig umfangreicher als bei Personen ohne Pflegestufe, jedoch lohnt sich der Aufwand immer. Denken Sie dabei, dass ein Tapetenwechsel Körper und Geist wohl tun und dass Sie nicht nur neue Orte, sondern vielleicht auch neue Freunde kennenlernen.
 

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Sport ist gesund! Das lernen wir bereits im Kindesalter, verstehen es jedoch erst, wenn wir erwachsen sind und merken, wie erholsam eine Runde Joggen an der frischen Luft sein kann, besonders nach einem stressigen Arbeitstag. Je älter man ist, desto wichtiger wird auch die gesunde Lebensweise und dazu zählen auch ein regelmäßiger Spaziergang an der frischen Luft und die allgemeine Bewegung der müden Knochen.

Der Mix macht’s!

Bewegung an der frischen Luft ist immer gesund. Jedoch alles in Maßen und nichts in Massen. Wer Schwierigkeiten mit dem Laufen hat, aufgrund Knieproblemen oder künstlichen Hüften, sollte keine langen Strecken gehen, sondern lieber viele kurze und relativ Ebene Strecken mit möglichst wenigen Stufen. Versuchen Sie trotzdem täglich mindestens eine Stunde draußen zu sein. Nicht nur Ihre Gelenke werden sich freuen, sondern auch Ihre Abwehrkräfte: Der Körper muss sich schrittweise an die sich veränderten Temperaturen gewöhnen. Wer täglich draußen ist, gibt den Körper die Chance, sich langsam den immer kälter (oder wärmer) werdenden Tagen anzupassen.
Immer die gleiche Streck zu gehen, ist natürlich langweilig und macht spätestens nach dem dritten Mal keinen Spaß mehr. Nutzen Sie doch zum Beispiel die Öffentlichen und fahren ein Stück vor, beziehungsweise raus. Verabreden Sie sich mit Freunden oder Familie, zusammen macht das Draußen-Sein noch mehr Spaß und Sie haben jemanden, der Ihnen im Notfall oder bei einem Sturz helfen könnte.

 

Spezialisierte Turngruppen

Sich täglich bewegen ist leichter gesagt, als getan, besonders für Menschen, die bereits eine Pflegestufe erreicht haben. Doch es gibt mittlerweile in fast jeder Stadt spezialisierte Turngruppen, die nicht nur Seniorensport anbieten, sondern zum Teil auch auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Patienten eingehen. Einige treffen sich mehrmals die Woche und machen ihre eigenen Übungen, jeder für sich oder gehen zusammen spazieren und helfen sich gegenseitig. In anderen Fällen bieten Reha-Zentren spezialisierte Kurse an, die je nach Pflegefall teilweise oder voll von der Krankenkasse übernommen werden. Auch das Schwimmen ist immer eine gute Sache: Es schont die Gelenke und hat seinen ganz eigenen Reiz und weil in einer Schwimmgruppe meistens mehrere Leute sind, lernt man gleich neue Freunde kennen. Verschiedene Träger bieten Freiwilligenservice und Assistenzhilfen an, sodass hilfebedürftige Menschen kompetente Unterstützung bei der Anfahrt und dem Umziehen, sowie auch im Wasser bekommen.

Trotz Einschränkungen Spaß am Sport

Wer körperlich eingeschränkt ist und auf eine Gehhilfe oder sogar einen Rollstuhl angewiesen ist, der verzichtet oft auf Sport, weil es für ihn meistens einen noch größeren Umstand bedeutet. Muss er oder sie aber nicht. Wer sich gut informiert, der findet viele spannende und abwechslungsreiche Angebote für Menschen mit Pflegebedarf. Immer mehr Sportzentren schulen speziell dafür auch eigenes Personal. Am besten Fragen Sie einfach einmal bei Ihrer Krankenkasse nach. Viele Krankenkassen wissen genau, welche Sportzentren in Ihrer Nähe das passende Angebot für Sie haben und wo Sie personelle Unterstützung bekommen.

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Daneben macht es sich auch immer gut regelmäßige Treffen mit Freunde zu vereinbaren, ob nun ins Kaffee oder ins Grüne an einem See, viele schöne Strecken sind mittlerweile behinderten gerecht gestaltet und manchmal reicht es auch schon, raus an die frische Luft zu kommen. Insbesondere, wenn bald der Frühling kommt.
 

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Man sieht immer mehr ältere Frauen und Männer, die mit ihren Rollator unterwegs sind. Sie gehen mit ihm einkaufen, zum Arzt, in der Stadt spazieren, beladen ihm mit Blumen, Brötchen oder den Enkeln. Bei einigen Personen ist der Rollator dringend notwendig, er ist nicht nur eine wichtige Geh- und Stehstütze, sondern auch eine praktische Transporthilfe. Gerade ältere Menschen, die noch ziemlich selbstständig sind, wollen und können nicht mehr auf ihren Rollator verzichten. Doch es gibt auch viele Menschen, die einen Rollator nur aus Bequemlichkeit verwenden und eigentlich noch zu fußfit sind, um ohne einen Gehwagen auszukommen. Bei ihnen würde vielleicht auch ein einfacher Gehstock noch reichen. Wer also sollte auf einen Rollator zurückgreifen und für wen ist die Benutzung von Gehhilfen eher schädlich und welche Vor- und Nachteile bietet der beliebte Rollator?

 

Nachfrage stark angestiegen

Die Nachfrage nach Rollator ist in den letzten 5 Jahren drastisch angestiegen, obwohl der eigentliche Bedarf sich kaum verändert hat. Die Deutsche Angestellten Versicherung hat einen Zuwachs von 38 Prozent berechnet, wobei die Nachfrage besonders unter den 65 bis 69-Jährigen gewachsen ist. Die Zahlen überraschen die meisten, da anderen Studien belegen, dass Senioren ab 60 immer gesünder und fitter werden. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Zum einen sind die heutigen Rentner meistens erst zum Ende oder nach dem zweiten Weltkrieg geboren und haben kaum noch Kriegsfolgeschäden, zum anderen gibt es immer bessere Behandlungsmöglichkeiten und Weiterentwicklungen in der Medizin für die typischen Krankheiten im fortgeschrittenen Alter. Ferner betreiben immer mehr ältere Menschen Sport, was natürlich auf sehr positive Art der Gesundheit zu Gute kommt. Und trotzdem stieg der Bedarf an Rollatoren an.

 

Nicht nur positiv

Rollatoren sind mittlerweile so verbreitet, dass sie gesellschaftlich akzeptiert sind. Vor einigen Arztpraxen findet man sogar schon Parkplätze für die Gehhilfen, damit sie nicht im Weg stehen und den Fluchtweg versperren. Es kommt auch immer öfter zu Diebstählen der begehrten rollenden Hilfen, denn Rollatoren sind bequem. Und genau das ist auch ihr Nachteil: Immer häufiger werden Rollatoren für Menschen verschrieben, die eigentlich noch gar keine Gehhilfe brauchen. Dies kann sich negativ auf die Gesundheit der Person auswirken. Man gewöhnt sich schnell an eine Gehhilfe, traut sich dann nicht mehr ohne sie auf die Straße, entlastet Muskeln, die sich zurückbilden könnten und aufgrund der vorneüber gebeugten Haltung, könnten Rückenprobleme auftreten, die vorher noch nicht dagewesen waren. Kurz: man altert schneller. Aus diesem Grund raten Ärzte den Rollator nur bei wirklich dringenden Sachen, wie schwere Einkäufe oder lange erschöpfende Strecken, einsetzen. Ansonsten sollte man versuchen auf ihn zu verzichten.

Rollatoren können auch große Stolperfallen und Sturzursachen sein. Die Bundesinitiative für Sturzpräventionen hat herausgefunden, dass jeder dritte über 65 Jahre mindestens einmal im Jahr mit seiner Gehhilfe hinfällt. Bei den über 80-jährigen ist es sogar jeder zweite. Der Gehwagen gebe den Patienten zwar das Gefühl von Sicherheit, allerdings ist es nur eine Pseudo-Sicherheit. Er schützt nicht vor dem Stolpern und kann bei der Gleichgewichtsfindung oder dem sich Fangen sogar hinderlich sein. Wer mit seinen Rollator stürzt, hat meistens schlimmere Verletzungen und sogar Brüche, die ein langes Ruhen mit sich ziehen.

 

Auf die richtige Benutzung kommt es an

Wer jedoch einen Rollator im Alltag braucht, sollte dies unbedingt mit seinem Arzt oder Orthopäde absprechen und auch eine richtige Gebrauchsanweisung, beziehungsweise Kurzschulung bekommen. Der Rollator bringt nur einen Nutzen, wenn er auch richtig angewendet wird und sich nicht schädlich auf die allgemeine Gesundheit auswirkt.

Aus diesem Grund ist es wichtig vor dem Kauf eines Rollator unbedingt eine orthopädische Untersuchung zu machen. Wem das Laufen immer schwerer fällt braucht nicht gleich einen Rollator, sondern vielleicht nur ein paar Physiotherapiestunden oder einen einfachen Stock. Auf gar keinen Fall sollten Modelle billig von einem Discounter gekauft oder im Internet bestellt werden. Es lockt natürlich der Preis, aber man sollte zu allererst an die eigenen Gesundheit denken. Das Problem von einfachen und preisgünstigen Modellen ist, dass diese nicht an den Körper des Benutzers angepasst sind: entweder sind die Griffe zu niedrig, oder zu hoch, zu weit aus einander oder das Modell passt generell nicht zum Laufrhythmus des Patienten. Ein Orthopäde wiederum achtet auf die richtige Einstellung, damit der Rücken gerade bleibt, die Füße und Knie richtig stehen und die Griffstellung auch den richtigen Halt bieten. Ein richtig eingestellter Rollator vermindert die Sturzgefahr drastisch. Zudem sollten die künftigen Benutzer den richtigen Gebrauch wirklich erlernen. Eine kurze Einweisung ist nach zehn Minuten meistens wieder vergessen und Broschüren und Infozettel werden nur selten wirklich angeschaut. Freunde und Familie sollte deshalb regelmäßig den richtigen Umgang mit der Gehilfe überprüfen.

 

Trotzdem wichtiger Begleiter

Nach all der Kritik soll jedoch auch eine Lanze für den Rollator gebrochen werden. Ein Stock hilft älteren Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind nur bis zu einem gewissen Grad weiter. Zudem nütz er auch beim Einkaufen und Transportieren nicht viel und ist eher noch eine zusätzliche Belastung, noch mehr Ballast. Der Rollator gibt älteren Menschen trotz eingeschränkter Beweglichkeit ein gewisses Maß an Freiheit zurück. Sie brauchen nicht mehr ihre Kinder oder Enkelkinder fragen, wenn der Einkauf ein bisschen größer ist und können auch mal länger an der frischen Luft bleiben, da das Laufen nicht mehr so anstrengend ist. Zudem geben Rollatoren vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Wie oben erwähnt ist dies zwar meist nur ein Gefühl, jedoch reicht es schon, um ältere Menschen an die frische Luft zu bringen. Einer der häufigsten Ursachen, warum Senioren so selten rausgehen, ist, dass sie Angst haben zu stürzen, weil ihre Kräfte oder ihre Balance eingeschränkt sind. Meistens ist die Angst zwar unbegründet, doch wenn ein Rollator für mehr Mobilität sorgt, sollte ruhig über die Anschaffung eines Rollators nachgedacht werden. In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen die kompletten oder einen Teil der Kosten für den Kauf eines Rollators. Schon allein deshalb besteht überhaupt kein Grund eine rollende Gehhilfe im Internet zu bestellen. Die Einweisung, Kontrolle der Benutzung und auch anfallende Reparaturen sind oft kostenlos und werden schnell in dem jeweiligen Sanitätshaus durchgeführt.

 

Guter Rollator – schlechter Rollator?

Im Endeffekt kann keiner einen die Entscheidung über die Anschaffung eines Rollators abnehmen. Jeder Patient sollte für sich überlegen, ob er einen will oder nicht und sich auch nicht von anderen Personen reinreden lassen. Die Konsultation des Arztes und des Orthopäden ist immer wichtig. Doch auch wenn alle Seiten einem Patienten einen Rollator empfehlen, kann es sein, dass dieser keinen möchte, weil er sich damit unsicherer fühlt oder selber meint er brauche keinen. Auch dies müssen Familienangehörige berücksichtigen. Die richtige Benutzung des Rollators ist eine Sache für sich und muss erlernt werden, wer meint, dass er noch eine gute Weile darauf verzichten kann, wird wohl seine Gründe dafür haben.
 

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