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Einmal raus aus den vier Wänden, Tapetenwechsel, durchatmen und etwas Neues sehen – das wünschen sich nicht nur pflegende Angehörige! Auch viele Menschen mit Handicap und/oder Pflegestufe sehnen sich häufig nach ein klein wenig Abwechslung vom immer gleichen Alltag. Dank vielseitiger Angebote im In- und Ausland speziell für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen muss das heutzutage kein Traum mehr bleiben.

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Lebensstile für Senioren: Egal, ob Sie gerade für sich selbst oder für einen Verwandten nach Informationen zur Alterspflege sorgen. Dem gewünschten Lebensstil sollte unbedingt Beachtung geschenkt werden. Denn auch Senioren können frei entscheiden, wie sie in Zukunft leben wollen. Natürlich ist je nach Beschwerde nicht mehr alles ganz so einfach möglich. Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit, gibt es aber wirklich gute Möglichkeiten mit denen Sie auch im Alter möglichst viele Freiheiten genießen und sich das Leben um einiges schöner machen können.

 

Wann sollten Sie Pflegemaßnahmen überhaupt in Betracht ziehen?

Pflegebedürftigkeit zeichnet sich erst dann aus, wenn Sie alltägliche Dinge nicht mehr problemlos erledigen können. Dazu zählen vor allem: Die Wohnung sauber und ordentlich halten, ggf. Spülen, Wäsche, Einkaufen uvm. Es kann z.B. bei Demenz auch sein, dass sie viele Dinge aufgrund Ihres Erinnerungsvermögens nicht mehr richtig erledigen können.

 

Manche Rentner haben aber auch gar keine Probleme und wollen einfach gerne mehr unter Menschen sein. Besonders, wenn der Partner schon fort gegangen ist, ist das oft ein großer Wunsch.

 

Die Plus-WG

Für Senioren die nur nicht mehr alleine sein wollen, aber noch voll und ganz für sich selbst sorgen können, empfiehlt sich die Plus-WG. In dieser WG wohnen mehrere Senioren in einem Haus oder in einer Wohnung zusammen und haben dadurch weiterhin Menschen um sich herum. Aufgrund des gleichen Alters ergeben sich oft auch gleiche Interessen und Hobbys, was zu einem sehr netten Zusammenleben beiträgt.

 

Betreute Wohngemeinschaften

Diese Wohngemeinschaften eignen sich super für Senioren, die nicht mehr alles selbstständig erledigen können, aber trotzdem noch sehr an ihrer Unabhängigkeit hängen. Auch hier sind Sie nicht alleine, Pflegedienste kümmern sich im Vergleich zu der reinen Plus-WG allerdings zusätzlich um Ihr Wohlergehen. Teilweise kann auch ein nahtloser Übergang von Plus-WG in eine Betreute Wohngemeinschaft erfolgen.

 

Altenheime

Menschen im hohen Alter, mit größeren Problemen, die eine umfangreichere Betreuung benötigen, sind in Altenheimen bestens aufgehoben. Dort finden Sie alles, was benötigt wird, direkt vor Ort und es kann für eine optimale Betreuung gesorgt werden. Alleine sind Sie auch hier nicht, allerdings ist selbstverständlich nicht mehr ganz so viel Unabhängigkeit möglich. Das macht aber nichts, viele Altenheime bieten für Ihre Bewohner ein umfangreiches Freizeitangebot.

 

Spezielle Pflegeeinrichtungen

Für besondere Pflegefälle, wie Demenz oder Alzheimer, gibt es besondere Pflegeeinrichtungen. Hier kann Ihnen eine bestmögliche Therapie gewährleistet werden, was für ein besseres Leben sorgt. Auch hier bekommen Sie eine Auswahl an unterschiedlichen Freizeitaktivitäten geboten.

Wie Sie sehen, gibt es Lösungen für so ziemlich alle Bedürfnisse. Des weiteren können Sie auch Einrichtungen mit bestimmten Aktivitäten finden. Sind Sie z.B. gerne in der Natur unterwegs oder sind Sie sehr religiös, dann finden Sie individuelle Einrichtungen, die zu Ihnen passen.
 

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Die Pflege eines Angehörigen kann sowohl körperlich als auch seelisch äußerst belastend sein. Das ist ganz besonders dann der Fall, wenn der zu Pflegende unter Demenz leidet. Die Neuorganisation des eigenen Alltags an sich ist schon kein Kinderspiel – wollen doch Arbeit, Kinder, der eigene Haushalt und die zusätzliche Aufgabe des Pflegens unter einen Hut gebracht werden. Nicht selten leiden pflegende Angehörige deshalb irgendwann unter Depressionen oder kämpfen gegen das sogenannte Burn-out an.
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Wohngemeinschaften – nicht nur für Studenten: Wenn es um die Frage des Wohnens im Alter geht, haben die meisten älteren Menschen die romantische Vorstellung von früher: Sie wohnen mit ihren Kindern und ihren Enkelkinder unter einem Dach, helfen der Familie, wenn sie es noch können, passen auf die Kleinen auf und tragen zum bunten Leben der Großfamilie bei. Doch heutzutage entspricht dieses Idealbild von „alle unter einem Dach“ nicht mehr der Realität. Zum einen, weil die Kinder in einer anderen Stadt wohnen, nur kleine Häuser oder Wohnungen haben, weil die ältere Generation noch lange alleine wohnen kann und natürlich auch, weil sich das Werte- und Normenbild unserer Gesellschaft verändert hat. Die meisten Senioren wollen gar nicht mehr mit ihren Kindern zusammen wohnen, da es zu Uneinigkeiten in der Haushaltsführung kommen könnte oder sich nicht in den Alltag ihrer Kinder passen, beziehungsweise passen wollen.

Die Alten-WG als Wohnort im Alter

Umso attraktiver sind dafür die sogenannten „Alten-WGs“ geworden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes, bevorzugt es knapp die Hälfte aller Senioren mit Gleichaltrigen zusammen zu wohnen, jedoch nicht in einem Pflegeheim, solange es noch nicht notwendig ist, sondern lieber privat. Eine gute Alternative ist hier die Wohngemeinschaft für Senioren. Auffällig dabei ist, dass besonders jene Senioren, die sich bereits ihr Leben lang viel engagiert haben, beziehungsweise stets von vielen Leuten umgeben waren, sich für eine Plus-WG entscheiden. Eine Alten-WG sieht aus wie eine studentische Wohngemeinschaft, nur wahrscheinlich etwas sauberer: Es leben mehrere Menschen in einer Wohnung, wobei jeder mindestens ein Zimmer für sich hat, Badezimmer und Küche werden geteilt. In den meisten Wohngemeinschaften für Senioren wird der Alltag zusammen erlebt: Man kocht für alle, genießt gemeinsame Nachmittage, hat keine einsamen Abende und auch regelmäßige WG-Ausflüge stehen auf der Tagesordnung. In jeder Großstadt gibt es mittlerweile Alten-WGs, deren Annoncen zum Teil auch auf den ganz normalen Suchportalen für freie Zimmer und Wohnungen zu finden sind.

Arten von Wohngemeinschaften

Dabei gibt es verschiedene Arten von Wohngemeinschaften, sodass für jeden Typ etwas dabei ist. Die ganz klassische Plus-WG besteht aus gleichaltrigen Senioren, die noch agil sind und sich selbstständig versorgen können. Allerdings gibt es auch WGs, in denen regelmäßig eine ambulante Pflege kommt, wenn einer der Bewohner doch schon Hilfe braucht, die für seine Mitbewohner zu viel wäre. Darüber hinaus gibt es auch Mehrgenerationen-Wohnprojekte. Hier wohnen Jung und Alt unter einem Dach und helfen sich gegenseitig. Das traditionelle Familienbild von Großeltern, Eltern und Kindern in einem Haus wird zwar immer seltener, doch auch immer mehr junge Familien sehnen sich nach Großelternersatz, wenn die eigenen bereits nicht mehr Leben. Ferner gibt es auch WGs, die sich speziellen Bedürfnissen anpassen, wie zum Beispiel der Demenz-WG oder der Rolli-WG, in der ein Teil der Mitbewohner körperlich oder psychisch eingeschränkt ist. Für die gesunden Mitbewohner ist das Zusammenleben keine Belastung, eher im Gegenteil: Viele haben in dem Kümmern eine Beschäftigung gefunden. Hierbei darf die Alten-WG jedoch nicht mit dem betreuten Wohnen verwechselt werden, keiner der Mitbewohner darf den anderen zur Last fallen. Falls es einmal zu diesem Punkt kommt, sollte sich der oder die Betroffene überlegen nicht doch ins betreute Wohnen zu wechseln.
In einigen Fällen bilden sich Wohngemeinschaften aus Projekten heraus. Viele ältere Menschen engagieren sich in ihrem Ruhestand in sozialen oder naturbetreffenden Projekten oder neue Hobbys und finden darüber Menschen, mit denen sie ein Wohnprojekt starten.

Modellprojekt in Nürnberg

In Nürnberg wurde vor kurzem eine Frauen-WG, die aus elf älteren Damen besteht vom Bundesministerium für Familie und Soziales ausgezeichnet. In dieser Plus-WG hat jede Mitbewohnerin sogar 1,5 bis zwei Zimmer und es gibt einen Gemeinschaftsgarten der zusammen bewirtschaftet wird. Zurzeit braucht noch niemand aus dieser WG professionelle Hilfe, doch für den Fall der Fälle, haben alle Frauen einen Weiterbildungskurs in Altenpflege belegt, damit sie ihren Mitbewohnerinnen helfen können, wenn es soweit ist.

Gemeinsame Wohnprojekte

Gemeinsame Wohnprojekte für Senioren haben viele Vorteile: Zum einen geht es um die Gesellschaft: Gerade ältere Menschen leiden viel an Einsamkeit und Langeweile. Besonders dann, wenn zu der Familie ein schlechter Kontakt besteht oder diese weit weg wohnt. Bei vielen älteren Menschen sind bereits auch der Partner oder die Freunde verstorben, sodass sie dem traurigen Schicksal der Einsamkeit unterworfen sind. Eine Alten-WG könnte ihnen neue soziale Kontakte und Freunde bringen und sie hätten auch im Alter ein unterhaltsames und freundliches Leben. Ferner profitieren die Mitbewohner von einer gegenseitigen Unterstützung, denn man kocht, putzt, wäscht und erledigt die Einkäufe zusammen. Was der eine nicht mehr kann, kann der andere. Häufig spart man sich dann die Kosten für eine Haushaltshilfe und Reinigungskraft. Womit auch schon der finanzielle Punkt angeschnitten wäre. Das Leben in einer WG hat natürlich auch seine finanziellen Vorteile. Die Miet-, Heiz- und Nebenkosten werden durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Und selbst wenn einmal am Tag Pflegepersonal kommen muss, weil zwei oder drei der Mitbewohner bereits die Pflegestufe eins oder zwei erreicht haben, kann man sich die Kosten dafür aufteilen. Abschließend ist noch der Notfall-Aspekt zu nennen: Es ist nicht selten, dass älteren Menschen plötzlich und schnell Hilfe benötigen. In einer Wohngemeinschaft passt jeder ein wenig auf jeden auf und wenn es zu einem Notfall kommen sollte ist immer jemand da, der schnell Hilfe rufen könnte. Viele Menschen beruhigt allein schon das Gefühl, dass jemand in der Not da sein wird – selbst, wenn sie diesen Vorteil vielleicht nie brauchen werden.

Der Bund hat den Trend zum gemeinsamen Wohnen im Alter erkannt und unterstützt diesen finanziell. Auch wenn alle Mietausgaben geteilt werden, können Senioren, die auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen sind beim Grundsicherungsamt ihre Grundsicherung für das Leben und bei der Stadt oder der Gemeinde Wohngeld beantragen.

Die passende WG finden

Doch wie findet man die Plus-WG, die zu einen passt? Zunächst sollte man sich gut überlegen, wo und wie man wohnen möchte, denn es soll nicht nur ein kurzes Vergnügen, sondern die feste Behausung werden. Zieht es einen mehr auf das Land oder eher in die Stadt, will man mit gleichaltrigen zusammen wohnen oder kann man sich auch vorstellen in einem Mehrgenerationenhaus mit kleinen Kindern zu wohnen? Auf WG-Portalen, in Zeitungsannoncen oder im Internet im Allgemeinen, kann man nach Wohnprojekten in seiner Nähe suchen. Nachdem man Kontakt aufgenommen und sich vorgestellt hat, wird man meisten zu einem persönlichen Treffen oder „Casting“ eingeladen und lernt alle Mitbewohner einmal kennen. Ein langes persönliches Vorstellen und Treffen ist wichtig: man stellt fest, ob man mit den Menschen der Wohnung zurechtkommen und sich an die Gewohnheiten der WG gewöhnen könnte. Natürlich wird am Anfang die Eingewöhnungsphase etwas dauern, aber im Endeffekt ist die überzeugende Mehrheit der Plus-WG-Bewohner mit ihrer Entscheidung zu frieden. Wichtig ist, dass in der potenziellen WG gleiche oder ähnliche Interessen bestehen, damit sich ein Zusammenwachsen und ein Sozialleben entwickeln kann.

Die WG ist bewährt

Eine der bekanntesten Alten-WG ist die Wohngemeinschaft um den ehemaligen Bremer Bürgermeister Henning Scherf und seiner Frau. Die Scherfs zogen damals mit weiteren acht Menschen in eine Wohngemeinschaft. Scherf ist ein großer Befürworter solcher Projekte und veröffentlichte ein Buch über das Leben in einer Plus-WG, wobei er besonders die Vermeidung von Einsamkeit im Alter für einen großen Vorteil hält.
 

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