Überstunden

Überstunden zu machen, gehört zu einem ganz normalen Arbeitstag hinzu und kommt viel häufiger vor, als man sich eigentlich wünscht. Besonders in Deutschland wird nach dem offiziellen Arbeitsende oder vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn weiter, beziehungsweise schon, gearbeitet. Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten liegt Deutschland bei den Überstunden ganz vorne: Im Schnitt werden jede Woche von jedem Berufstätigen 3 Stunden Mehrarbeit geleistet. Zu einem Problem werden diese erst, wenn die Berufstätigen dafür keinen zeitlichen oder finanziellen Ausgleich bekommen, da sie quasi unentgeltlich arbeiten.

Was sagt das Gesetz?

Nach dem geltenden Arbeitsrecht müssen alle Überstunden aufgeschrieben und für mindestens 2 Jahre verwahrt werden. Das gilt auch für Unternehmen, die flexible Arbeitszeiten haben. Zudem muss der Arbeitsvertrag Überstunden regeln, damit sich sowohl der Angestellte, als auch der Vorsitzende auf ihr Recht berufen können.

Wie sieht es in der Praxis aus?

Oft sind weder Überstunden noch ihr Ausgleich vertraglich geregelt und aufgrund der Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes, sprechen Angestellte dies nicht an. Freiberufler und Arbeitgeber haben noch viel häufiger Probleme mit der gerechten Dokumentation ihrer Mehrarbeit. Vieles wird bei ihnen unter den Tisch fallen gelassen und nicht ausgeglichen, weil einerseits hier das Arbeitsrecht nicht greift und andererseits arbeiten Vorsitzende, leitende Angestellte und Freiberufler auch viel von zu Hause aus arbeiten.

Überstunden sind erlaubt, wenn…

Unter besonderen Umständen darf der Arbeitgeber für eine kurze Zeit viele Überstunden von seinen Angestellten erwarten, beziehungsweise die gewöhnliche Arbeitszeit hochsetzten, sofern er diese als Überstunden abrechnet. Zu den besonderen Umständen zählen zum Beispiel der plötzliche Ausfall von mehreren Personen, eine Havarie, die das normale Arbeiten in der einen Woche einschränkt, wodurch die Arbeit in der nächsten Woche nachgeholt werden muss und eine unvorhersehbare Beeinträchtigung des Projektes. Die Arbeitszeit darf in solchen Fällen auf bis zu 60 Stunden in der Woche hochgesetzt werden, sofern dies nur von kurzer Dauer ist und in dem darauffolgenden halben Jahr keine weiteren Überstunden mehr verlangt werden.

Überstunden bei Freiberufler und Führungskräfte

Führungskräfte, Freiberufler und jene, die nur kurzfristig als Projektmitarbeitende eingestellt werden, sollten sich gut überlegen, wie oft und wie lange sie Mehrarbeit leisten, da sie ihrem Körper ein höheres Stresspotenzial aussetzen und damit die Effektivität ihrer eigentlichen Leistung einschränken. Diese Personengruppen sollten sich genau abwägen, ob sich Überstunden wirklich lohnen oder ob die Bearbeitungszeit eines Projektes auch nach hinten hinaus verschoben werden kann. Dabei sollte auch das Team mit in die Kalkulationen berücksichtigt werden. Eine gute Teamarbeit hängt von jedem einzelnen Mitglied ab und ausgepowerte Mitarbeiter leisten weniger, als ausgeruhte Mitstreiter.

Wie in der Schule: Die einen machen mehr

Ferner sollte darauf geachtet werden, wer wieviel Mehrarbeit in einem Team leistet und wer weniger. Natürlich haben einige Kollegen mehr private Pflichten als andere, weil diese vielleicht eine junge Familie haben oder einen Pflegefall. Trotzdem sollte zugunsten der Stimmung und der Kommunikation die Mehrarbeit in einem Unternehmen relativ gerecht ausgeglichen sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber

Besonders wichtig ist hierbei auch die Kommunikation: Angestellte sollte ihre Überstunden kommunizieren und es zur Sprache bringen, wenn diese ihnen zu viel werden. Führungskräfte sollten ihre Angestellten über die Gründe für eine Mehrarbeit aufklären, um Verständnis statt Frust zu schaffen und in einem Team sollte sowieso eine gute Kommunikation herrschen, denn eine Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Wenn die Mehrarbeit schon Einfluss auf Ihre Gesundheit, so müssen Sie nach §§15, 16 Arbeitsschutzgesetz eine Überlastungsanzeige bei Ihrem Arbeitgeber anzeigen.

§ 15 Absatz 1: Die Beschäftigten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten so wie gemäß der Unterweisung und Weisung des Arbeitgebers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen. Entsprechend Satz 1 haben die Beschäftigten auch für die Sicherheit und Gesundheit der Personen Sorge zu tragen, die von ihren Handlungen oder Unterlassungen bei der Arbeit betroffen sind.

§ 16 Absatz 1: Die Beschäftigten haben dem Arbeitgeber oder dem zuständigen Vorgesetzten jede von ihnen festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Gesundheit […] unverzüglich zu melden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema auf den Seiten von ver.di und wünschen Ihnen eine angenehme Zeit.
 

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