Bild pflegemarketing.org Mann füllt Formulare für Vorsorgevollmacht aus

Vorsorgevollmacht und Generalvollmacht

Niemand ist davor gefeit: Von einem Tag auf den anderen können wir durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit in eine Situation geraten, die uns daran hindert, unsere Angelegenheiten selbst zu regeln. Gut, wenn es nun Freunde oder Angehörige gibt, die uns beratend und moralisch zur Seite stehen. Wichtige Entscheidungen dürfen sie jedoch nicht treffen – es sei denn, wir haben sie mit einer Vollmacht dazu ermächtigt.

Es empfiehlt sich daher für jeden Menschen, gleich welchen Alters und Gesundheitszustands, zumindest eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen. Damit geben Sie keineswegs Ihre Selbstständigkeit aus der Hand. Im Gegenteil bestimmen Sie eigenverantwortlich auch für den Fall, dass Sie selbst keine Entscheidungen mehr treffen können. Besitzen Sie nämlich dann keine Vollmacht, wird ein gerichtliches Betreuungsverfahren eingeleitet, das nicht unbedingt zugunsten der Personen Ihres Vertrauens ausgehen muss.

Die Vorsorgevollmacht

Das größte Maß an Mitbestimmung erlaubt die Vorsorgevollmacht. Mit dieser ermächtigen Sie eine oder mehreren Personen, bestimmte Dinge in ihrem Namen zu entscheiden, sobald Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind. Dazu können beispielsweise Vermögensverwaltung, Gesundheitsfürsorge, Einweisung in Krankenhaus oder Pflegeheim (sowie die Wahl eines bestimmten Pflegeheims) und Ähnliches gehören. Den Umfang der Vorsorgevollmacht können Sie selbst festlegen – definieren Sie möglichst exakt, wozu Sie die Person(en) Ihres Vertrauens ermächtigen möchten. Bedenken Sie dabei, dass alle Bereiche, die in der Vorsorgevollmacht nicht abgedeckt sind, später möglicherweise durch ein gesetzliches Betreuungsverfahren geregelt werden müssen.

Die Generalvollmacht

Aus diesem Grund existiert noch eine zweite Möglichkeit: die Generalvollmacht. Diese deckt sämtliche Bereiche ab – Sie gestatten der Person Ihres Vertrauens, im Fall Ihrer Handlungsunfähigkeit alle persönlichen, rechtsgeschäftlichen und finanziellen Angelegenheiten für Sie zu regeln

Die Vorsorge-Generalvollmacht

Allerdings ist in der „normalen“ Generalvollmacht nicht automatisch eine Bevollmächtigung in medizinischen Angelegenheiten, etwa der Einwilligung in eine Operation, enthalten.

Das Problem lässt sich durch eine so genannte Vorsorge-Generalvollmacht lösen – eine Generalvollmacht mit einer expliziten Definition des Vertretungsumfangs. Beispielsweise könnten Sie für den Fall eines notwendigen Krankenhausaufenthalts auch das medizinische Personal von seiner Schweigepflicht gegenüber der Person Ihres Vertrauens entbinden und Ähnliches.

Formlos oder notariell beurkundet?

Prinzipiell kann die Vollmacht formlos sein; Ihre eigenhändige Unterschrift genügt, damit das Dokument sofort wirksam wird. Gerade wenn der Bevollmächtigte jedoch auch das Recht erhält, über ärztliche Maßnahmen und Operationen zu entscheiden bzw. in diese einzuwilligen oder wenn es um Bankgeschäfte geht, sollten Sie die Vollmacht lieber notariell beurkunden lassen.

Außerdem empfiehlt es sich, die Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu registrieren. Sollte es zu einem Betreuungsverfahren kommen, wird das zuständige Gericht über Ihre Wünsche informiert und ist verpflichtet, diese zu berücksichtigen.
 

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