Nahrungsverweigerer

Was tun gegen Nahrungsverweigerer?

Essen hält Leib und Seele zusammen, heißt es in einem alten Sprichwort. Wer keinen Hunger leiden muss und einen gesunden Appetit hat, dem geht es gesundheitlich meistens besser. Das ältere Menschen oft das Trinken vergessen, ist altbekannt. Doch viele Senioren, besonders wenn sie Pflegefälle geworden sind, verweigern auch eine Nahrungsaufnahme oder halten ohne erkennbaren Hintergrund ungesunde Diäten. Zwar kann der menschliche Körper lange mit nur wenig Nahrung auskommen und trotzdem einwandfrei funktionieren, allerdings sind regelmäßige Esszeiten für Magen und Stoffwechsel gesund und auch die meisten Tabletten dürfen nicht auf nüchternem Magen eingenommen werden.

 

Gefahren bei Nahrungsverweigerung

Wenig oder ein paar Tage lang gar nichts essen, ist über einen kurzen Zeitraum zunächst ungefährlich, solange keine empfindlichen Erkrankungen vorliegen, bei denen eine regelmäßige Nahrungsaufnahme lebenswichtig ist. Trotzdem können früher oder später Risiken entstehen, beziehungsweise Komplikationen auftreten. Damit ein Körper richtig funktionieren kann, braucht er regelmäßig die Zufuhr von Lebensmittel, die ihn mit Energie, Mineralien, Vitaminen, Eiweißen, Enzymen, Spurenelementen und vielen kleineren Stoffen versorgen. Fehlt es dem Körper an einem dieser Stoffe, kommt es schnell zu Mangelerscheinungen und im schlimmsten Fall zum Einstellen bestimmter Körperfunktionen. Bei einigen Krankheiten und bei einigen Medikamenten braucht der Körper besonders viel Energie und Mineralien und Vitamine. Fehlen ihm nun sonst gewohnte Nahrungsmittel, kann es schnell lebensbedrohlich werden.

 

Ursachen ausfindig machen – Körperliche Ursachen

Die Gründe für eine Nahrungsverweigerung sind vielfältig und sollten im Detail erkundet werden, um auf richtiger Art daraus reagieren zu können und schnell wieder ein natürliche Nahrungsaufnahme in die Wege leiten zu können.

Zum einen können körperliche Ursachen die Verweigerung von Essen auslösen. Vielleicht schmeckt der Patient einfach nichts mehr, weil aufgrund seiner Krankheit oder aufgrund von Medikamenten seine Geschmacksrezeptoren stark eingeschränkt sind. Ältere Menschen schmecken generell schwächer als jüngere. Studien zufolge haben sich im Alter von 75 nur noch ungefähr 65 Prozent der Geschmacksknospen empfindlich reagieren. Doch auch Schmerzen im Mundraum, wie Zahnschmerzen oder offene Mundhöhlen, beziehungsweise im Rachen, Hals oder dem Magen können Ursachen für eine Nahrungsverweigerung darstellen.
Ferner sind Probleme beim Schlucken und die dadurch ausgelöste Angst des Verschluckens oft ein Grund für eine Nahrungsverweigerung. Der Schluckreflex verläuft besonders bei Demenzpatienten oder unter Einfluss von bestimmten Medikamenten verlangsamt, dies ist natürlich eine störende Größe bei den gewohnten Essvorgängen.

 

 

Seelische Ursachen

Oft ist die Verweigerung von Nahrung die Ursache von einer tieferen psychischen Störung. Das Problem bei psychischen Gründen ist, dass diese vielschichtig und tiefgreifend sind und daher schwerer zu beheben sind als psychische. Wer Nahrung verweigert, fühlt sich oft in seiner Umgebung nicht wohl. Entweder hat er Heimweh nach seinen eigenen vier Wänden und seinen Angehörigen, fühlt sich im Stich gelassen oder kommt mit dem Pflegepersonal oder anderen Mitbewohnern nicht gut zurecht.
Ferner können auch Depressionen die Ursache sein. Eine Depression aufgrund einer plötzlichen Hilflosigkeit und einer Einschränkung im Alltag, ist besonders für vormals sehr selbstständige Menschen ein großes Manko. Nicht selten sind psychische Ursachen eng mit Suizidgedanken verbunden.

 

Handlungsmöglichkeiten und Hilfe

Je nachdem, ob es sich um psychische oder körperliche Ursachen handelt, die eine Nahrungsverweigerung hervorrufen, muss dementsprechend reagiert werden. Bei körperlichen „reicht“ oft schon entweder ein stärkeres Würzen oder die Behebung der Schmerzen, indem andere Medikamente verabreicht werden oder das Essen püriert wird. Ist die Ursache psychisch, sollte auf jeden Fall ein Psychologe kontaktiert werden. Eine Zwangsernährung darf nur die letzte Option sein, da diese besonders psychische Probleme noch verstärken könnte.

In allen Fällen muss mit dem Patienten gut kommuniziert werden, um seine Beweggründe nicht nur zu erkennen, sondern auch zu verstehen. Am besten entwickelt man zusammen Lösungen gegen das Essproblem.

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