Bild pflegemarketing.org Krankenschwester misst Blutdruck bei Patient

Was versteht man unter pflegeerschwerenden Faktoren?

Bei der Feststellung der Pflegestufe durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geht es um eines – Zeit! Jede Minute, die für die Pflege nötig ist, wird genau berechnet. Was jedoch oft vergessen oder nicht kommuniziert wird, sind pflegeerschwerende Umstände und Faktoren. Wenn solche Erschwernisfaktoren erkannt und anerkannt werden, wirkt sich das auf die Pflegestufe aus. Nehmen Sie sich deshalb vor dem Besuch des MDK Zeit, um eventuelle erschwerende Faktoren bei der die Pflege Ihres Angehörigen zu identifizieren.

Was zählt zu den pflegeerschwerenden Faktoren?

Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick, worauf Sie Ihr Augenmerk legen sollten. Wenn Sie sich in einem Detail unsicher sind oder weiterführende Fragen haben, können Sie dies im Gespräch mit Ihrer Pflegeberatung klären.

  • der Pflegebedürftige wiegt mehr als 80 kg
  • hochgradige Spastik (bei halbseitigen und unvollständigen Lähmungen)
  • versteifte große Gelenke und Fehlstellungen von Extremitäten
  • stark eingeschränktes Sehen oder Hören
  • stark verminderte Herz-Lungen-Leistung
  • unkontrollierte, einschießende Bewegungen
  • Atemnot im Liegen
  • Atem- und Schluckstörungen
  • Störungen der Mundmotorik (z. B. beim Kauen)
  • Harn oder Stuhl können nicht selbsttätig abgesetzt werden
  • therapieresistente, starke (Dauer-)Schmerzen
  • psychische Erkrankungen und geistige Behinderungen, die zur Abwehr von Pflegemaßnahmen führen

Hinzu kommen äußere Umstände, die als pflegeerschwerend eingestuft werden können:

  • räumliche Verhältnisse, die die Pflege erschweren
  • der zeitintensive Einsatz von Hilfsmitteln wie z B. Bett- oder Wannenlifter
  • dauerhaft anzuwendende besondere Pflegemaßnahmen aufgrund von spezifischen Erkrankungen (dazu gehört beispielsweise das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen)

Kontrolle des Gutachtens

Sobald Ihnen das Gutachten des Medizinischen Dienstes vorliegt, sollten Sie unbedingt kontrollieren, ob der Gutachter die pflegeerschwerenden Faktoren korrekt dokumentiert hat. Sollte dies nicht der Fall sein, ist das Gutachten aufgrund falscher Zeitwerte hinfällig und Sie müssen Widerspruch einlegen. Dabei müssen Sie die Fehlerhaftigkeit nachweisen können. Selbst wenn aufgrund Ihres Widerspruchs nicht sofort eine Pflegestufenänderung bewilligt wird, erreichen Sie auf diese Weise zumindest eine erneute Begutachtung.

 

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