Bild pflegemarketing.org Zwei Ärzte bei Patient am Krankenhausbett

Wer bekommt welche Pflegestufe?

Sobald Sie die Verrichtungen Ihres täglichen Lebens wie Körperpflege, Ernährung und hauswirtschaftliche Versorgung aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr dauerhaft alleine leisten können, haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung.

Der Umfang hängt hierbei von dem Grad Ihrer Einschränkung ab und wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) begutachtet. Dieser teilt Ihre Pflegebedürftigkeit in eine von drei gesetzlich vorgesehenen Pflegestufen ein. Die Grundlage ist der Zeitaufwand (im Wochendurchschnitt), der für die erforderliche Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung nötig ist.

Diese Pflegestufen wollen wir Ihnen nachfolgend kurz erklären.

 

„Pflegestufe 0“ (erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz)

Der Begriff „Pflegestufe 0“ existiert lediglich im allgemeinen Sprachgebrauch – das Gesetz sieht diese Pflegestufe nicht vor. Dennoch haben auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die meist von einer beginnenden Demenz oder einer psychischen Erkrankung herrührt, möglicherweise Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Ein Kriterium ist beispielsweise die Unfähigkeit, den Alltag eigenständig zu strukturieren.

 

Pflegestufe I (erhebliche Pflegebedürftigkeit)

Die Pflegestufe I – eine erhebliche Pflegebedürftigkeit – wird anerkannt, wenn der Antragsteller für mindestens zwei Verrichtungen des täglichen Lebens Hilfe benötigt. Darunter versteht der Gesetzgeber:

  • Körperhygiene
  • Mundhygiene
  • Kämmen und Rasieren
  • mundgerechte Nahrungszubereitung und Nahrungsaufnahme
  • Darm- und Blasenentleerung
  • eigenständiges Aufstehen und Zubettgehen
  • Umlagern im Bett
  • An- und Auskleiden
  • notwendige Mobilität außerhalb der Wohnung

Die Unterstützung bei diesen Verrichtungen muss mindestens einmal täglich für 90 Minuten erforderlich sein, wovon 45 Minuten auf den Bereich der Grundpflege entfallen müssen – dazu gehören Körperpflege, Ernährung und Mobilität.

Hinzu kommen muss die Notwendigkeit einer hauswirtschaftlichen Versorgung an mehreren Tagen pro Woche.

 

Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit)

Eine Schwerpflegebedürftigkeit wird anerkannt, wenn der Antragsteller mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Uhrzeiten im Umfang von mindestens 180 Minuten Unterstützung benötigt. Zwei Stunden (120 Minuten) müssen dabei mindestens auf die Grundpflegebedürftigkeit entfallen.

Auch hier muss die Notwendigkeit einer hauswirtschaftlichen Versorgung an mehreren Tagen pro Woche gegeben sein.

 

Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit):

Eine Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Antragsteller täglich rund um die Uhr (auch nachts) Hilfe benötigt. Der Tagesdurchschnitt muss bei mindestens fünf Stunden (300 Minuten) liegen. Selbst hier gibt es noch einen Mindestwert für den Bereich der Grundpflege: Dieser muss mindestens vier Stunden (240 Minuten) in Anspruch nehmen.

Ebenso gilt die Voraussetzung, dass mehrmals pro Woche eine hauswirtschaftliche Versorgung erforderlich sein muss.

 

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