Zuzahlungsbefreiung für Medikamente und Hilfsmittel

Für die Pflege Ihres Angehörigen benötigen Sie regelmäßig Medikamente und Hilfsmittel. Die üblichen Zuzahlungen hierfür liegen in folgendem Rahmen:

  • 10 % des Preises bis (maximal 10 Euro) pro Verbrauchsmittel
  • 10 % des Preises (aber mindestens 5 und maximal 10 Euro) für Medikamente, Heilbehandlungen wie etwa Massage und Physiotherapie, Verbandsmaterial und Hilfsmittel.

Auch wenn Sie der Meinung sind, die jährliche Belastungsgrenze nicht zu erreichen, die eine Zuzahlungsbefreiung ermöglichen würde, bewahren Sie unbedingt alle Belege auf. Denn am Jahresende stellen Sie womöglich fest, dass Ihr Zuzahlungsbetrag die Belastungsgrenze doch deutlich übertroffen hat. Und wer hat heute schon Geld zu verschenken?

Wie berechnen Sie die Höhe Ihrer Zuzahlungen?

Ausschlaggebend für die Höhe Ihrer Zuzahlungen bei Krankheitskosten ist das Jahresbruttoeinkommen Ihrer Familie. Davon müssen Sie maximal 2 % – bzw. im Falle einer chronischen Erkrankung eines Familienmitglieds 1 % – an Zuzahlungen für Krankheitskosten aufwenden.

Das Jahresbruttoeinkommen errechnet sich aus dem Einkommen der Familienmitglieder (ausgenommen davon sind selbst versicherte Kinder in Studium, Ausbildung oder Beruf), abzüglich des Freibetrags für den Ehepartner (aktuell 4.977 Euro) sowie des Freibetrags pro Kind (aktuell jeweils 7.008 Euro).

Denken Sie daran, dass nicht nur Gehälter das Jahresbruttoeinkommen bestimmen. Auch Renteneinkünfte, Prämien, Urlaubsgeld, Zinsen aus Kapitelvermögen, Unterhalt sowie Sachbezüge wie Verpflegung oder eine vom Arbeitgeber gestellte Wohnung zählen dazu.

Eine Ausnahme besteht, wenn Sie Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen. Hier werden pauschal 4.692 Euro Bruttoeinkommen veranschlagt, von dem ebenfalls 2 % bzw. 1 % für die Zuzahlung aufzuwenden sind.

Dies gilt ausschließlich für Kassenleistungen. Privat zu bezahlende Leistungen und Kosten beispielsweise für homöopathische Arzneimittel fallen nicht unter diese Regelung.

Die meisten Krankenkassen bieten auf ihren Seiten im Internet einen Zuzahlungsrechner an. Hier können Sie sich schnell und unkompliziert einen Überblick über Ihre Zuzahlungspflichten verschaffen.

Die Zuzahlungsbefreiung beantragen

Ohne von Ihnen gestellten Antrag erhalten Sie keine Zuzahlungsbefreiung. Sie müssen also selbst aktiv werden. Leider gibt es kein einheitliches Verfahren. Sie müssen sich also zunächst bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, wie diese Belege, Einnahmenaufstellung usw. aufbereitet haben möchte.

Sammeln Sie über das Jahr deshalb sämtliche Rechnungsbelege, auch die Barrechnungen. Fügen Sie Einkommensnachweise sowie bei überwiesenen Rechnungsbeträgen die Kontoauszüge hinzu. Diese Unterlagen reichen Sie zusammen mit dem Antragsformular bei Ihrer Krankenkasse ein. Nach erfolgter Prüfung und Genehmigung erstattet die Krankenkasse die zu viel gezahlten Zuzahlungen für das vergangene Kalenderjahr zurück.

 

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